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Indonesien übernimmt deutsches Tsunami-Frühwarnsystem

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:39

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am heutigen Montag in Jakarta mit ihrem indonesischen Kollegen Kusmayanto eine gemeinsame Erklärung zum Aufbau eines deutschen Tsunami-Frühwarnsystems vor der indonesischen Küste unterzeichnet. Das System ist auf eine regionale Vernetzung und die Kooperation mit weiteren Anrainerstaaten ausgelegt. Neben Indonesien haben bereits Sri Lanka und andere Länder am Indischen Ozean ihr Interesse an einer Kooperation mit Deutschland bekundet. Das Frühwarnsystem hat in seiner letzten Ausbaustufe einen Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Deutschland wird der Republik Indonesien diese innovative Technologie im Rahmen der Hilfe für die durch den verheerenden Tsunami vom 26. Dezember vergangenen Jahres zerstörte Region zur Verfügung stellen.

Bulmahn sagte am Rande eines Tsunami-Workshops der World Meteorological Organization: "Ich freue mich sehr, dass sich Indonesien für das deutsche Konzept entschieden hat, bei dem neueste Technologien zum Einsatz kommen. Das System liefert Daten in Echtzeit und sichert damit schnellstmögliche Vorwarnzeiten. Das ist auch ein großer Erfolg für das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), stellvertretend für die deutschen Geowissenschaften. Jetzt kommt es darauf an, dass die Frühwarn-Technik von den Menschen vor Ort angenommen wird." In dem Konzept sei ein entsprechendes Capacity Building ein unverzichtbares Element. Deshalb seien Schulungen von Entscheidungsträgern, Experten, Verantwortlichen vor Ort und den Bewohnern der gefährdeten Regionen geplant, so Bulmahn weiter. "Bereits im Oktober diesen Jahres soll das deutsche Forschungsschiff SONNE erste GPS-gestützte Bojen in Indonesischen Gewässern dafür aussetzen. Wir müssen weg von der Reaktion auf Naturkatastrophen hin zur Prävention. Naturkatastrophen sind zwar unvermeidbar. Die Folgen müssen aber zukünftig so überschaubar wie möglich gehalten werden."



Neben der Erfassung von Tsunamis solle es auch Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche erfassen. Mittelfristig ist die Erfassung von Gefahren durch satellitengestützte Kommunikationsnetze vorgesehen. Die Intergovernmental Oceanographic Commission der UNESCO wurde von der internationalen Staatengemeinschaft im Januar in Kobe gebeten, das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean zu koordinieren. Das deutsche Konzept wird in dieses Gesamtkonzept eingebracht.



Indonesien ist ein besonders interessanter Partner beim Aufbau eines Frühwarnsystems. Im Sunda-Bogen in Indonesischen Gewässern liegt die geologisch kritischste Zone im Indischen Ozean. Hier wurde das Seebeben ausgelöst, das den verheerenden Tsunami verursachte, bei dem nach letzten Schätzungen rund 300.000 Menschen ums Leben gekommen sind.

Quelle: BMBF