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Satelliten beobachten erstmalig die jahreszeitliche Wasserbilanz der Kontinente

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:40

Potsdam, 13.08.04 - Wissenschaftlern des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) ist es erstmalig gelungen, das Muster der jahreszeitlichen Veraenderungen im Wasserbudget der Kontinente mit Satelliten zu erfassen. Messungen mit dem Geo-Satellitenduo GRACE zeigten, dass die groessten saisonalen Schwankungen in den grossen tropischen Flusseinzugsgebieten (Amazonas in Suedamerika, Kongo und Niger in Afrika, Ganges und Bramhapoutra in Indien) und in den Flusseinzugsgebieten Sibiriens (Ob, Lena,Yenisei) staffinden.

Die Ergebnisse zeigen, dass grossraeumige klimatologische Modelle der globalen und kontinentalen Wasserbilanz, die bisher nicht zufriedenstellend bekannt ist, mithilfe der GRACE-Daten entscheidend verbessert werden koennen. Nach diesem ersten Erfolg mit der Messung hydrologischer Signale arbeiten GFZ-Wissenschaftler intensiv an der Aufdeckung weiterer Klimaindikatoren aus GRACE-Daten. Dies sind die grossraeumigen Zirkulationsmuster der Wassermassen in den Ozeanen mit ihrem fuer das Erdklima wichtigen Waerme- und CO2-Transport, Variationen der Eismaechtigkeit in den antarktischen und groenlaendischen Eisschilden und Veraenderungen in den Wassermassen der Ozeane.


(c) GeoForschungsZentrum Potsdam

Prof. Christoph Reigber, Direktor des Departments "Geodaesie und Fernerkundung" am GFZ Potsdam, sagte dazu: "Das GRACE- Wissenschaftlerteam am GFZ Potsdam konnte den Nachweis erbringen, dass mit GRACE umweltrelevante Prozesse aus dem Weltraum, die bisher messtechnisch unzugaenglich waren, mit globaler Abdeckung zu erfassen sind."

Seit Maerz 2002 umkreisen die beiden Satelliten der amerikanisch-deutschen GRACE-Mission auf einer niedrigen Bahn die Erde. Aus den extrem genauen Abstandsmessungen zwischen beiden Satelliten koennen kleinste zeitliche Aenderungen der Erdanziehung aufgeloest werden, die durch klimatisch bedingte Massenumlagerungen an der Erdoberflaeche verursacht werden. In diesem Kontext teilte Prof. Reigber zugleich mit, dass jetzt alle bisher prozessierten GRACE-Daten und die daraus berechneten Schwerefeldmodelle der breiten internationalen Wissenschaftlergemeinde ueber das deutsche und amerikanische GRACE-Datenzentrum zur Verfuegung gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier

Pressemitteilung des GeoForschungsZentrums Potsdam, 13.08.2004