Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite News ASTAR 2007 - Flugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt auf Arktis-Mission

ASTAR 2007 - Flugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt auf Arktis-Mission

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 09.11.2007 16:02

Arktische Atmosphäre in diesem Jahr sehr sauber. Unter der Leitung der beiden Helmholtz-Zentren Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt erforscht eine internationale Forschergruppe derzeit die arktische Atmosphäre über Spitzbergen. Das Ziel des aktuellen Projektes ASTAR 2007 (Arctic Study of Tropospheric Aerosol, Clouds and Radiation) ist die genaue Beschreibung der arktischen Atmosphäre im Frühling.

Die Wissenschaftler aus neun Ländern untersuchen bis zum 17. April die Atmosphäre der Arktis auf kleine Schwebteilchen, so genannte Aerosole und auf Wolken, um deren Einfluss auf den Strahlungshaushalt der Atmosphäre und damit deren Klimawirkung besser zu verstehen. Aerosole sind Schwebstoffe in der Luft, die durch Aufnahme oder Reflektion der Sonneneinstrahlung das Klima direkt beeinflussen. Als Kristallisationskeime können sie außerdem die Entstehung von Wolken auslösen und so indirekt auf das Klima einwirken. Die Messdaten sind außerdem ein wichtiger Beitrag für die Bewertung von Daten des Satelliten CALIPSO. Der Satellit ist seit dem 28. April 2006 auf einer polaren Umlaufbahn und beobachtet vom All aus Wolken und Aerosole über der Arktis.

Die Messungen werden mit dem Forschungsflugzeug Polar 2 des Alfred-Wegener-Instituts und der Falcon des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt durchgeführt. Die Flugzeuge starten und landen in Longyearbyen und werden mit Überflügen des Satelliten CALIPSO zeitlich abgestimmt. Im 120 Kilometer entfernten Forschungsort Ny-Ålesund unterstützen Forscher mit bodengebundenen Messungen die Kampagne.

Erste Ergebnisse der bisherigen Messflüge zeigen, dass im Vergleich zu vergangenen Jahren die arktische Atmosphäre in diesem Jahr sehr sauber ist. Allerdings konnten Überreste von Verschmutzung aus Zentral- und Osteuropa in wenigen Kilometern Höhe nachgewiesen werden. Die gewonnenen Daten tragen zur Bewertung von CALIPSO-Messungen und zum besseren Verständnis von Luftmassentransporten zwischen Arktis und den mittleren Breiten bei.

Das Projekt ASTAR wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem japanischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur, dem schwedischen "Polar Sekretariat" und dem französischen Polarforschungsinstitut IPEV im Rahmen der deutsch-französischen Arktisplattform unterstützt. Die Messkampagne läuft noch bis zum 17. April.


Weitere Informationen:


Weshalb Aerosole eigentlich so gesundheitsschädlich sind und welche Rolle sie im Klimakrimi spielen, weiß Mikropartikelforscher Martin Ebert.

Eine saubere Luft beschleunigt die Klimaveränderung. Klingt paradox? Mehr über die Kühlwirkung und Funktion von Aerosolen hier.


Um gegenwärtige Aerosolkonzentrationen, so zum Beispiel das Treibhausgas Ozon, zu messen, scannen Laser die Atmosphäre ab oder Photometer fangen die Himmelsstrahlung ein.  Aerosolforscher berichten.

Arktis und Antarktis sind, klimatisch gesehen, peinlich sauber. Im ältesten Eis des Südpols - und den darin gefangenen Salzkristall- und Mineralpartikeln - konnten Glaziologen nahezu alle Warm-und Kaltperioden der Erdzeit rekonstruieren.


Verweise
Bild(er)