12. Jul. 2017

Aufnahme des Risses im Eisschelf Larsen-C vor der Ostküste der Antarktischen Halbinsel, aufgenommen am 10. November 2016 durch die NASA-Flugmission Icebridge.

An der Westküste der Antarktischen Halbinsel hat möglicherweise der Zusammenbruch des großen Larsen-C-Schelfeises begonnen. Der Eisberg, dessen Kalbung sich schon lange andeutete, ist endgültig abgebrochen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt das gesamte Schelf zerbröckelt, ist nicht gering.

Zu Wochenbeginn ist am Larsen-C-Schelf vor der Antarktischen Halbinsel ein gewaltiger Eisberg abgebrochen. Das Ereignis hatte sich seit vielen Monaten angekündigt, weil ein Riss sich mit großer Geschwindigkeit durch das Schelfeis fraß, seit gut einem Monat warteten die Polarforscher angespannt darauf, dass auch die letzten wenigen Kilometer des Eises durchbrochen würden.

Aufnahmen des Modis-Instruments an Bord des NASA-Erdbeobachtungssatelliten Aqua haben jetzt bestätigt, dass der Riss komplett ist. Das abgebrochene 5800 Quadratkilometer große Stück macht nach Angaben des MIDAS-Projektes an der walisischen Universität Swansea rund zwölf Prozent der gesamten Schelffläche aus und wiegt mehr als eine Billion Tonnen. Der Eisberg, der wohl A68 heißen wird, gehört zu den größten, die jemals beobachtet wurden, und driftet jetzt in den atlantischen Sektor des Südozeans hinaus.

planeterde berichtet regelmäßig über die Entwicklungen am antarktischen Schelfeis.