08. Mai. 2017

Der Klimawandel ist unübersehbar: Rückgang des McCarty-Gletschers oben 1909, unten 2004, im Kenai-Fjords-Nationalpark/Alaska.

Im Fachmagazin "Nature" ist eben eine Analyse zur anscheinenden Unterbrechung der Erderwärmung erschienen. Die Autoren analysierten Untersuchungen der vergangenen Jahre und versuchen, verschiedene Modelle aus diesen Studien neu zu beurteilen. Hintergrund ist der "Global Warming Hiatus", der unser Verständnis des Klimawandels infrage stellte. Denn zwischen 1998 und 2012 schien die Oberflächentemperatur Studien zufolge kaum zuzunehmen.

Das Phänomen des "Global Warming Hiatus" zwischen 1998 und 2012 wirft Fragen über unser Verständnis des Klimasystems auf - einschließlich, wie gut von Menschen verursachter Klimawandel und natürliche Variabilität verstanden werden. Die Autoren der Nature-Studie, Medhaug et al., finden, dass unterschiedliche Schlussfolgerungen der Studien jenes Zeitraums meist aus der Verwendung unterschiedlicher Datensätze, unterschiedlichen Zeiträumen und unterschiedlichen Definitionen einer Hiatusperiode resultieren. Sie zeigen, dass auch die Gründe der Abweichungen zwischen Klimaprojektionen und Beobachtungsdaten im Zeitraum 1998 bis 2012 grundsätzlich verstanden sind.

Mehr noch: Im Zusammenhang mit den stärkeren Erwärmungstrends neuerer Untersuchungen zeigen sich die Autoren der Studie überzeugter denn je, dass in der langfristigen Erderwärmung ein von Menschen verursachter Einfluss vorherrscht.

Statements von Klimaexperten

Anlässlich der Veröffentlichung in Nature hat das Science Media Centre Klimaexperten um ihre Einschätzung gefragt, darunter auch Prof. Martin Riese, den Leiter des Instituts für Energie- und Klimaforschung, Bereich Stratosphäre, in Jülich. Er bekräftigt unter anderem, "dass Projektionen des längerfristigen Klimawandels infolge des Anstiegs anthropogener Treibhausgase in der Atmosphäre durch den sogenannten global warming hiatus in keiner Weise in Frage gestellt werden."

Die Statements in voller Länge: Science Media Centre

Weitere Informationen:

Studie (research analysis) in nature von Medhaug et al.

Institut für Energie und Klimaforschung, Bereich Stratosphäre (IEK-7)


Quelle: Forschungszentrum Jülich, Mai 2017