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Evolutionäre Krise durch Erderwärmung?

erstellt von eschick zuletzt verändert: 11.03.2014 17:00

Zwei führende Klimaforscher warnen vor den dramatischen Folgen der Erderwärmung. Sie gehören zu den koordinierenden Leitautoren des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), dessen zweiter Teil Ende März im japanischen Yokohama verabschiedet werden soll, und äußern sich im Vorfeld nun erstmals ausführlich im Interview mit den „Helmholtz Perspektiven“.

Überflutungen wie hier 2013 im indonesischen Jakarta könnten sich im Zuge des Klimawandels häufen. (Bild: J. Augustino/Wiki Commons) „Wir stehen möglicherweise am Anfang einer evolutionären Krise“, sagte der Biologe Hans-Otto Pörtner vom Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) dem Wissenschaftsmagazin „Helmholtz Perspektiven“. Der Agrarwissenschaftler Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) fügte hinzu: „Schon jetzt können wir mit dem radikalsten Klimaschutz bestimmte Entwicklungen nicht mehr verhindern.“ Das Ökosystem werde sich auf jeden Fall weiterentwickeln – die Frage sei, welche Rolle der Mensch dann noch spielen werde. „Passt er sich an, wird er sich verändern, oder wird er verschwinden?“

Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zufolge könnten bis zum Jahr 2300 weite Küstengebiete weltweit überflutet werden; zahlreiche Ökosysteme wie die für den Küstenschutz wichtigen Korallenriffe seien schon jetzt beschädigt, anderswo verschwänden Arten durch den merklichen Temperaturanstieg der vergangenen hundert Jahre.

Klimaskeptikern, die auf das Ausbleiben einer weiteren Erderwärmung in den vergangenen Jahren hinweisen, halten die Forscher entgegen, der Klimawandel gehe durchaus weiter, nur nicht so schnell wie zunächst angenommen. „Wir haben das Problem, dass jeder denkt, die Klimaänderungen bewegten sich wie auf einer geradlinigen Autobahn“, sagte Hans-Otto Pörtner. „Es gibt aber ein Auf und Ab.“

Das gesamte Interview der Klimaexperten ist online und in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Helmholtz Perspektiven“ nachzulesen.


Quelle: Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, März 2014