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Expedition zum arktischen Meeresbecken

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 18.07.2012 15:16

Polarforscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) brechen am 20. Juli mit Kollegen verschiedener geowissenschaftlicher Institute aus Kanada, Russland und Deutschland zur fünfwöchigen Expedition CASE 14 nach Spitzbergen auf. CASE 14 ist Teil des BGR-Gesamtprojektes CASE, mit dem die BGR die Entstehung des arktischen Meeresbeckens und geologischer Strukturen auf den Kontinenträndern erforscht.

Die aufgegebene russische Siedlung Pyramiden vor dem gleichnamigen Berg (Bild: BGR).Die Schwerpunkte der Expedition CASE 14 bilden stratigraphische, sedimentologische und paläoökologische Geländeuntersuchungen im westlichen Spitzbergen (Grønfjorden) und im Zentrum der Insel (Dickson Land/Bünsow Land). Dabei stehen vergleichende Studien zu Sedimentserien in der kanadischen Arktis im Vordergrund. Es geht vor allem um die Frage, ob diese beiden heute auf verschiedenen Kontinenten liegenden Becken ursprünglich ebenfalls isolierte Becken oder Teil eines einzigen großen Sedimentbeckens waren. Das Becken bedeckte wahrscheinlich den Kern des Superkontinents Laurasia und riss bei der späteren Öffnung des Polarmeeres auseinander.

Hauptstraße der Siedlung Pyramiden (Bild: BGR).„Eine Beantwortung dieser Frage ist wichtig hinsichtlich des Kohlenwasserstoff-Potenzials dieser Becken in der Arktis“, so Expeditionsleiter Dr. Karsten Piepjohn. Im Rahmen von CASE 14 sollen Proben potenzieller Erdölmuttergesteine genommen werden. Bereits während der Expedition Little CASE 2009 wurden vom Geologisches Forschungsinstitut St. Petersburg (VSEGEI) und der BGR Muttergesteinsproben aus Sedimenten des Zentralbeckens Spitzbergens südlich des Isfjorden genommen. In diesem Sommer sollen Schichten nördlich des Isfjorden beprobt werden. Damit wäre die gesamte Schichtfolge des Spitzbergen-Zentralbeckens für die geochemischen Laboruntersuchungen abgedeckt.

Die Basis der Expedition CASE 14 wird in einer Container-Unterkunft in der aufgelassenen russischen Siedlung Pyramiden eingerichtet. Die Geländearbeit erfolgt mit Schlauchbooten und zu Fuß. An der Expedition nehmen der Geologische Dienst von Kanada (GSC), das VSEGEI (Russland) sowie die Universitäten Bremen, Calgary (Kanada) und Erlangen teil.


Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Juli 2012