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Der "Grönland Blog"

erstellt von egoernert zuletzt verändert: 18.06.2015 16:20

Vier WSL- und SLF-Forscher bloggen von ihrer Feldarbeit auf den riesigen Gletschern im Innern Grönlands.

Aufenthalt in Kangerlussuaq. (Foto: WSL)Abschluss der Feldarbeiten, Urlaub und Rückkehr

Nachdem wir wieder vereint waren, ging die Arbeit leichter von der Hand. Binnen zwei Tagen war der Radar von Lino auf Summit vergraben.

Am letzten Abend am Summit durfte dann auch Martin Proksch endlich sein Expertenwissen unter Beweis stellen, das er sich während den letzen vier Jahren in seiner Doktorarbeit angeeignet hatte. Zur Erinnerung: Der Titel seiner Doktorarbeit war "Hochauflösende Schneemessungen kombiniert mit aktiver und passiver Mikrowellen-modellierung". Und die bahnbrechende Erkenntnis, die er an diesen Abend gemacht hat: Schnee lässt sich in der Mikrowelle zu Wasser schmelzen.

Danach konnten wir den Rückzug antreten. Allerdings blieben noch die Stationen im Süden zu warten. Doch wir hatten wieder einmal Glück mit dem Wetter und konnten dies in den folgenden zwei Tagen ohne weitere Schwierigkeiten erledigen.

Von links nach rechts: Derek Houtz, Martin Proksch, Martin Schneebeli, Lino Schmid und Konrad Steffen. (Foto: WSL)Dann waren wir fertig, doch unser Flieger zurück auf den europäischen Kontinent liess noch eine ganze Woche auf sich warten. Es hiess also Urlaub machen in Kangerlussuaq, der Perle des Nordens! Zu früh gefreut, es war doch noch viel Gepäck und Cargo zu organisieren, und auch alle Daten wollten gut dokumentiert sein, was sich immer wieder als viel aufwendiger als erwartet herausstellt.

Doch wurden wir mit einem Ausflug an den Russelgletscher belohnt. Dieser Gletscher fliesst ca. 25m pro Jahr, und man hört es immer knacken und krachen im Eis, so dass man meint, es müsste bald einmal eine riesige Eisscholle abbrechen (kalben) und wir könnten spektakuläre Bilder schiessen. Leider wurde unsere Ausdauer nicht belohnt, aber trotzdem war der Anblick gewaltig und eine willkommene Abwechslung vom „Urlaub“ im hohen Norden.

Dann ging es auch schon wieder mit kurzem Stopp in Kopenhagen zurück nach Zürich. Alle Teilnehmer waren froh, wieder in die Heimat zu kommen, auch wenn sie Angst vor einem Hitzschlag hatten: von -30°C auf Summit nach +30°C in Zürich war dann doch etwas zuviel. Zum Glück wurde die Weiterreise nach Davos bald angetreten, was dem ewigen Schwitzen bald ein Ende setzte.

Mehr über die Blogger, die Forschungsaufgaben und den Reiseplan auf  "Grönland hautnah" und der Youtube-Film hier.


Quelle: WSL, Birmensdorf, Juni 2015