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Grönlands Seltene Erden decken Weltbedarf für 150 Jahre

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 02.10.2012 13:54

Mit Kringlerne besitzt Grönland das derzeit größte Vorkommen an Schweren Seltenen Erden und mit Kvanefjeld das drittgrößte Seltene-Erden-Vorkommen der Welt. „Die gesamten grönländischen Vorräte an Seltenen Erden reichen aus, um den gegenwärtigen Weltbedarf für 150 Jahre zu decken“, sagt Dr. Harald Elsner, Seltene-Erden-Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Luftbild von Grönland. (Bild: Túrelio, Wikimedia Commons)Das Potenzial der nordatlantischen Insel wird vor allem in der von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der BGR veröffentlichten Studie „Das mineralische Rohstoffpotenzial Grönlands“ deutlich. Demnach weist Grönland nicht nur enorme Vorkommen an Seltenen Erden, sondern auch an Gold, Platin/Palladium, Uran und Strontium sowie Eisenerz, Blei/Zink, Molybdän, Beryllium, Lithium und Tantal auf. Dennoch ruht seit 2010 der Bergbau. 1990 schloss der bisher letzte Abbau auf Blei, Zink und Silber, 2008 der letzte und bisher einzige auf Gold und 2010 ein hoffnungsvoll gestarteter Großtagebau auf Olivin für die Feuerfestindustrie.

Trotz des Rohstoffpotenzials halten sich viele Unternehmen aufgrund der logistischen Herausforderungen und klimatischen Bedingungen zurück. „So befinden sich alle Vorkommen fernab jeder Infrastruktur und es gibt Vorkommen zwischen Gletschern oder noch teils unter Inlandeis. Das führt automatisch zu hohen Explorations-, Erschließungs- und Abbaukosten“, verdeutlicht Elsner, Autor der Studie. Hinzu kommen fehlendes Fachpersonal, hohe und steigende Energiekosten (arktischer Diesel) sowie ökologische Risiken. Das Seltene-Erden-Erz in Kvanefjeld, im Süden der Insel, beispielsweise ist stark radioaktiv. Dieses Vorkommen ist aufgrund der fehlenden Infrastruktur mit Erschließungskosten von bis zu 2,3 Mrd. US-$ das derzeit teuerste Seltene-Erden-Projekt der Welt.

Anders sieht es beim Vorkommen Kringlere, auch TANBREEZ (nach den enthaltenen Wertmineralen Tantalum, Niobium, Rare Earth Elements und Zirconium) genannt, aus. Es liegt näher an der Küste und ist kaum radioaktiv. Von einem australischen Unternehmen wurden bereits Genehmigungsunterlagen eingereicht, so dass der Abbau theoretisch 2013 starten könnte. „Das Vorkommen ist einwandfrei, jedoch hat das Unternehmen für das gesamte Seltene-Erden-Material einen Abnahmevertrag mit einem asiatischen, nicht-chinesischen Interessenten unterzeichnet“, erklärt Elsner. Auch mit deutschen Unternehmen wurde zuvor Kontakt aufgenommen. Allerdings waren die finanziellen Vorstellungen der australischen Firma nicht umsetzbar. Zudem ist die geplante Produktion so klein, dass sie keine Bedeutung für den Weltmarkt für Seltene Erden besitzt. „Mit anderen kurzfristigen Abbauvorhaben von Bedeutung ist auf Grönland ebenfalls nicht zu rechnen – zu viele technische und finanzielle Hürden sprechen dagegen“, so Elsner.

Die Studie zum mineralischen Rohstoffpotenzial Grönlands steht auf der Homepage der DERA als kostenloser Download zur Verfügung.


Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Oktober 2012