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Meerwasserzirkulation im Ozeanboden

erstellt von egoernert zuletzt verändert: 01.07.2015 11:43

Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben jetzt im Zentralpazifik weitere Erkenntnisse über die Entstehung der Manganknollen am Meeresboden gewonnen. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Knollen ihre Metalle nur aus dem Sediment in rund 4300 Meter Wassertiefe erhalten. Ein Teil der Rohstoffe (Mangan, Kupfer, Nickel, Kobalt) entstammen aber auch aus den unterhalb der Sedimente liegenden Gesteinsschichten, wie die Meeresforscher bei der jetzt durchgeführten Forschungsfahrt „SO-240“ herausfanden. Ursache dafür ist eine großflächige Meerwasserzirkulation im Untergrund des Ozeanbodens.

Manganknollen auf dem Meeresboden verteilt. (Foto: BGR)Die BGR-Experten hatten an Bord des neuen deutschen Tiefseeforschungsschiffs "SONNE" sechs Wochen lang den Meeresboden im Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko untersucht. Dort befindet sich auch das deutsche Lizenzgebiet zur Erkundung von Manganknollen mit einer Fläche von 75.000 km2. An der Forschungsfahrt „SO-240“ unter Leitung der BGR nahmen auch Wissenschaftler der Universität Bremen, der Jacobs Universität Bremen, des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven sowie des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung Wilhelmshaven teil. Die Expedition wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsprojekts „FLUM“ (Fluidfluss und Manganknollen) finanziert.

Bei der Expedition SO240/FLUM konnte erstmalig nachgewiesen werden, dass die in den Gesteinsschichten unterhalb der Sedimente stattfindende Meerwasserzirkulation großflächig in der untersuchten Tiefseeregion auftritt. Bisher gingen die Forscher davon aus, dass diese Zirkulation nur lokal an den untermeerischen Bergen (Seamounts) vorkommt. Das Meerwasser entzieht dabei dem Ozeanboden signifikante Mengen an Wärme und chemischen Inhaltsstoffen, die sowohl dem Ozeanwasser als auch den Sedimenten und den Manganknollen zugeführt werden.

„Wir haben überall im Untersuchungsgebiet Bruchzonen entdeckt, an denen das feste Gestein, das normalerweise unter den Tiefseesedimenten liegt, bis an den Meeresboden heranreicht. Auch dort kann Meerwasser in das poröse Gestein eindringen und Metalle aus dem Gestein herauslösen“, erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Thomas Kuhn.

Weitere Informationen:

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Quelle: BGR, Hannover, Juli 2015