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Meeresforschung an den Küsten Kolumbiens

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 27.07.2009 17:36

Grünes Licht aus Bonn: DAAD bewilligt Exzellenzzentrum für Forschung und Lehre "Coastal Colombian Resources and Environmental Changes". Experten aus Deutschland werden helfen, den Schutz und die nachhaltige Nutzung der reichen Küsten-Ressourcen Kolumbiens voranzutreiben.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat den Antrag zweier Biologen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) für den Aufbau eines deutsch-kolumbianischen Exzellenzzentrums für Forschung und Lehre "Coastal Colombian Resources and Environmental Changes" bewilligt. Das Exzellenzzentrum wird als großes Kooperationsprojekt vom DAAD mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Rahmen der Außenwissenschaftsinitiative 2009 des Auswärtigen Amtes gefördert und stellt eines von weltweit insgesamt vier DAAD Exzellenzzentren in Forsche und Lehre dar.

Die Arbeiten zum Aufbau des Zentrums sollen bereits am 1. August beginnen. Für Prof. Dr. Bernd Werding und Prof. Dr. Thomas Wilke vom Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie der JLU heißt das, die Infrastruktur an der kolumbianischen Karibikküste in Santa Marta aufzubauen, exzellente Dozenten für den Promotionsstudiengang zu rekrutieren und die ersten acht Promotionsstipendien zu vergeben.

Kolumbien ist eines der fünf sogenannten "megadiversen Länder" der Welt, die eine besonders hohe Artenvielfalt aufweisen. Obwohl das Land zwischen Pazifik und Karibik über weniger als ein Prozent der Erdoberfläche verfügt, nimmt es beispielsweise bei der Zahl endemischer Arten weltweit einen Spitzenplatz ein. Gründe dafür sind neben der gut dokumentierten Vielfalt in den tropischen Regenwäldern auch ein ausgedehntes marines Territorium an zwei Weltmeeren.

Die Entwicklung der Meeresforschung sowie der Schutz und die nachhaltige Nutzung der marinen Ressourcen haben nationale Priorität. Insbesondere der Verlust von mariner Biodiversität, die zunehmende Zerstörung von Küsten-Lebensräumen durch Landwirtschaft, Industrie und Tourismus sowie die negative Beeinflussung von marinen Lebensräumen durch die globale Erwärmung sind längst im Bewusstsein von Politikern und Wissenschaftlern angekommen.

Vor diesem Hintergrund soll das Exzellenzzentrum "Coastal Colombian Resources and Environmental Changes" die bisher vereinzelten Initiativen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der reichen Küsten-Ressourcen Kolumbiens und benachbarter Gebiete bündeln und koordinieren, Einfluss auf die Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik in der Region nehmen und zukünftige Führungspersönlichkeiten auf dem Gebiet der marinen Wissenschaften ausbilden.

Die Kooperation zwischen der JLU und kolumbianischen Partnern hat lange Tradition. Bereits 1963 gründete die Universität Gießen eine meeresbiologische Außenstelle in Santa Marta, aus der das heutige INVEMAR (Instituto de Investigaciones Marinas) hervorgegangen ist. Dass ihre Pläne nun mit der finanziellen Unterstützung durch den DAAD in einem groß angelegten Kooperationsprojekt rasch umgesetzt werden können, freut die beiden Wissenschaftler ganz besonders. "Dies ist der vorläufige Höhepunkt einer fast 50-jährigen erfolgreichen Kooperation zwischen Gießen und Kolumbien" sagt Prof. Werding. Prof. Wilke betont, dass der Promotionsstudiengang des Exzellenzzentrums eng mit dem neuen Bachelor und Master in Biologie an der Universität Gießen verknüpft werden soll und damit "ein Biologiestudium in Gießen noch attraktiver wird".

Für JLU-Vizepräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee zeigt der Erfolg der Gießener Biologen einmal mehr, dass sich die langfristigen Entwicklungsstrategien der JLU auszahlen: "Wir verfolgen systematisch die Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit mit exzellenten Partnern im Ausland, mit denen wir seit langem eng zusammenarbeiten - dieser neuerliche Erfolg belegt mustergültig, dass die JLU hier auf einem sehr guten Weg ist, insbesondere in den Lebenswissenschaften."

Das Exzellenzzentrum ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und soll in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Institut für Marine Tropenökologie Bremen sowie den drei führenden kolumbianischen Universitäten am INVEMAR in Santa Marta aufgebaut werden.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sie hier.


(Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität Gießen, Juli 2009.)
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