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Mit Forschung gegen den Plastikmüll

erstellt von eschick zuletzt verändert: 15.06.2016 09:37

Im Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane geht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) neue Wege, um Ursachen und Wirkung der Plastikvermüllung zu erforschen. Mit einem großangelegten Forschungsprogramm mit 28 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre soll erstmals das Problem des Plastikmülls in seiner Gesamtheit wissenschaftlich erfasst werden.

 Verlorengegangene oder gekappte Geisternetze: Eine Gefahr für Meerestiere wie Schildkröten. (Bild: NOAA)

Verlorengegangene oder gekappte "Geisternetze": Eine Gefahr für Meerestiere. (Bild: NOAA)

Im Fokus der Projekte des neuen Forschungsprogramms "Plastik in der Umwelt" werden die Konsumentenforschung, die Rolle der Wirtschaft sowie die Materialforschung stehen. Gemeinsam mit der Forschung zu Meeren und Binnengewässern sind Ansätze gefragt, bei denen die Forschung mit Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung kooperiert, damit die Ergebnisse wirksam umgesetzt werden können. Ziel ist es, endlich ein Gesamtbild zu bekommen, wie Kunststoffe produziert und eingesetzt, genutzt und gehandelt und schließlich entsorgt werden.

So besteht die Chance, an jedem Schritt dieser Kette festzustellen, wie die Verschmutzung durch Plastik begrenzt werden kann. Denn unser Wissen über das gesamte Ausmaß der Plastikverschmutzung ist erstaunlich gering: Wie viel Plastik im Meer schwimmt, woher es kommt, wie es sich in Meeren und Flüssen verhält und was es in Tieren und Menschen auslöst, wissen wir noch nicht genau genug, um das Problem wirksam zu bekämpfen.

Mikroplastik findet sich in Flüssen und Ozeanen (hier: Probe aus dem Rhein). (Bild: Uni Basel/Th. Mani)

Mikroplastik findet sich in Flüssen und Ozeanen (hier: 42-fach vergrößerte Probe aus dem Rhein). (Bild: Uni Basel/Th. Mani)

Alle Forschungsvorhaben können zudem zusätzliche Förderung für Kommunikation und Bildungsarbeit erhalten. Auch "citizen science"-Aktivitäten können vorgesehen werden, um die Potentiale der Bürgerwissenschaften für den Kampf gegen Plastikmüll zu nutzen.

Nicht zuletzt sollen die Forschungsergebnisse für Politik und Verwaltung von Nutzen sein. Damit werden die Anstrengungen anderer Ressorts und Bundesbehörden im Kampf gegen Plastik seitens der Forschung unterstützt. Insgesamt stellt das BMBF in den kommenden drei Jahren für diese Projekte 28 Millionen Euro zur Verfügung.


Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Juni 2016