Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite News Neue Aschewolke: Bessere Vorhersagen?

Neue Aschewolke: Bessere Vorhersagen?

erstellt von eschick zuletzt verändert: 01.09.2014 14:13

Im April 2010 sorgte der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island für ein Flugverbot über Europa und in der Folge für großen wirtschaftlichen Schaden. Um auf einen weiteren Vulkanausbruch in Europa besser vorbereitet zu sein, erweiterten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich in der Folgezeit ein Computermodell zur Berechnung, wie sich Asche in der Atmosphäre ausbreitet. Das Modell erlaubt zeitnahe Vorhersagen zum Weg einer Aschwolke – so jetzt auch beim Ausbruch des Bardarbunga.

Eruption und Aschewolke beim Ausbruch des Eyjafjallajökull im April 2010. (Bild: Boaworm/Wikimedia Commons)Im April 2010 sorgte der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island für ein Flugverbot über Europa und in der Folge für großen wirtschaftlichen Schaden. Um auf einen weiteren Vulkanausbruch in Europa besser vorbereitet zu sein, erweiterten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich in der Folgezeit ein Computermodell zur Berechnung, wie sich Asche in der Atmosphäre ausbreitet. Das Modell erlaubt zeitnahe Vorhersagen zum Weg einer Aschwolke – so jetzt auch beim Ausbruch des Bardarbunga.

Vulkan Bardarbunga (hier: vor dem Ausbruch) könnte eine Aschewolke erzeugen wie 2010 der Eyjafjallajökull. (Bild: Sparkle Motion/Flickr)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung entwickelten vor wenigen Jahren gemeinsam mit Kollegen des Rheinischen Instituts für Umweltforschung (RIU) an der Universität zu Köln das Atmosphären-Simulationsmodell EURAD-IM (EURopean Air pollution Dispersion-Inverse Model). Mithilfe dieses Modells ist es möglich, die Verteilung von Spurengasen oder (Staub-)Teilchen in der Atmosphäre zu berechnen. Während des Eyjafjallajökull-Ausbruchs wurde EURAD-IM erweitert – um ein Modul, mit dem sich die Verteilung von Vulkanasche in der Atmosphäre über Europa berechnen lässt. Unsicherheiten ergaben sich jedoch durch unzureichende Informationen, zum Beispiel über die Höhe, in die die Vulkanasche beim Ausbruch geschleudert wurde, über ihre Menge und Dauer der Eruption.

Die Jülicher Atmosphärenforscher verfeinerten deshalb das EURAD-IM-Modul mit Blick auf mögliche weitere Vulkanausbrüche in Europa. Damit lässt sich jetzt die Menge und Ausbreitung der Aschewolken bei verfügbaren Beobachtungen noch präziser analysieren. Sollte sich am Bardarbunga eine Aschewolke entwickeln, finden Sie aktuelle Analysen und Prognosen hier.


Quelle: Forschungszentrum Jülich, August 2014