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Satelliten überwachen Nuklearprogramm des Iran

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:46

Freiberger Wissenschaftler entwickeln ein Geomonitoring-System für den Iran. Mit moderner Satelittentechnologie soll dabei die zivile Nutzung der Kernenergie überwacht werden. Ziel der Forschungen ist es, die Auswertung der Satellitenaufnahmen so weit wie möglich zu automatisieren.

Irmgard Niemeyer kennt den Iran nur aus einigen Hundert Kilometern Höhe. Doch auf den Satellitenbildern, die sie auswertet, kann sie Gegenstände von einem Meter Durchmesser erkennen. "Die Bildauflösung erlaubt es uns, Menschen auf einem Platz zu zählen, aber nicht, sie zu erkennen", beschreibt die Juniorprofessorin am Institut für Markscheidewesen und Geodäsie der TU Bergakademie Freiberg die Qualität. Die Aufnahmen aus der Erdumlaufbahn sollen dabei helfen, die nuklearen Anlagen des Landes zu überwachen.

Im Rahmen des Exzellenznetzwerks GMOSS - Global Monitoring for Security and Stability - der Europäischen Union entwickelt die Freiberger Wissenschaftlerin in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich und weiteren europäischen Partnern ein Monitoring-System für den Iran. Dabei soll aus dem Weltall die Entwicklung des Nuklearprogramms verfolgt werden. Einer Kontrolle hat der Iran mit der Unterzeichnung des so genannten "Vertrages über die Nichtverbreitung für Atomwaffen" prinzipiell zugestimmt. Die 'Internationale Atomenergiebehörde' (IAEO) in Wien überwacht die Einhaltung des Vertrages. "Die Überprüfung vor Ort machen die Inspektoren der IAO. Dabei sind sie schon im Vorfeld auf Informationen angewiesen. Hier kann die Fernerkundung wesentliche Hinweise liefern", erklärt Irmgard Niemeyer.

Ziel der Freiberger Forschungen ist es dabei, die Auswertung der Satellitenaufnahmen so weit wie möglich zu automatisieren. Im Idealfall soll der Computer alle notwendigen Schritte von der Verarbeitung bis zur Analyse der Bilder übernehmen. Dazu muss das Programm nicht nur in der Lage sein, selbständig Objekte auszumachen und sie ihrer Funktion zuzuordnen, beispielsweise ein Gebäude als Anreicherungsanlage zu identifizieren. Durch den Vergleich zeitlich unterschiedlicher Aufnahmen soll es auch Veränderungen von Objekten feststellen und interpretieren. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Frühestens für Ende 2007 hält Irmgard Niemeyer ein solches Monitoring- System für den Iran einsetzbar.

Sattellitenbilder der Nuklearanlagen finden Sie unter www.globalsecurity.org:

Bilder der Anlagen bei Esfahan

Bilder der Anlagen bei Natanz

Pressemitteilung Technische Universität Bergakademie Freiberg, Christian Möls, 21.06.2006