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Vulkan unter Spannung

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 08.11.2007 15:27

Untersuchungen am Mauna Loa, Hawaii, zeigen neue Aktivität des Vulkans

Der hawaiianische Vulkan Mauna Loa beginnt nach 20-jähriger Pause wieder aktiv zu werden. Unter diesem größten Vulkan der Welt sammeln sich jährlich etwa 20 Millionen Kubikmeter Magma neu an. Bisher kam es zu keinem Ausbruch, da sich das Magma noch in drei bis fünf Kilometern Tiefe befindet. Wissenschaftler der Universitäten von Miami und Stanford sowie des GeoForschungsZentrums Potsdam berichten in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" (18. Mai 2007), dass der Druck in einem gangförmigen Magmakörper in dieser Tiefe stetig ansteigt.

Thomas Walter, der vom GFZ Potsdam an dieser Studie beteiligt ist, erklärt dazu: "Wir haben seit Mai 2002 mit Satelliten-Radar die Deformation der Oberfläche detailgenau vermessen. Aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse über Volumen und Geometrie des Magmakörpers gewinnen. Mit Computermodellierungen konnten wir diese mit der Spannungsverteilung in der Erdkruste vergleichen. Demnach erzeugten Erdbeben und Eruptionen seit den frühen 80er Jahren eine Verlagerung der Spannungen, die nun durch die Platznahme des Magmakörpers abgebaut werden." Die derzeitige Magmabewegung kann wiederum die Spannungen verlagern und sogar weitere Erdbeben nach sich ziehen, so dass das Wechselspiel von Vulkanismus und Erdbeben an Mauna Loa weiterhin seinen Lauf nehmen wird. Die Wissenschaftler hoffen, mit derartigen Studien des Spannungsfeldes das Auftreten von Eruptionen und Erdbeben an Vulkanen besser zu verstehen und vielleicht sogar vorauszusehen.


Weitere Informationen:

Mauna Loa auf Hawaii hat viele heiße Brüder, deren Aktivität weltweit zur Bedrohung für die in Vulkannähe lebenden Menschen werden kann. So ist Ecuador zum Beispiel die Heimat des höchsten aktiven Feuerbergs der Welt, während sich vor der Küste Neuseelands eine einzige dampfende Vulkaninsel befindet, White Island. Um die Bewohner solcher tektonisch aktiven Zonen vor der brodelnden Gefahr schützen zu können, imitieren Vulkanforscher das heiße Naturschauspiel in Kleinformat in ihren Laboratorien und entwickeln bereits Frühwarnsysteme. So zum Beispiel im Projekt "SUNDAARC".