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"Morning Glory" hilft, tropische Stuerme genauer vorherzusagen

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:48

Meteorologen der im australischen Melbourne gelegenen Monash University hoffen, mit Hilfe ihrer Untersuchungen einer bestimmten Wolkenformation, die nur in Australien regelmaessig anzutreffen ist, tropische Stuerme genauer vorhersagen zu koennen.

Die Wolkenformation, genannt "Morning Glory", kann jaehrlich wiederkehrend im Golf von Carpentaria beobachtet werden. Professor Michael Reeder, Meteorologe an der School of Mathematical Sciences der Monash University, untersucht zusammen mit Kollegen der School of Geography and Environmental Science, dem Bureau of Meteorology sowie Wissenschaftlern der Universitaet Muenchen die Entstehung dieser besonderen Wolkenformation.



Morning Glory (C) Prof. Roger K. Smith, Meteorologisches Institut der Universitaet Muenchen

"Morning Glory-Formationen kommen zwar auch in anderen Teilen der Welt vor, Australien ist aber der einzige Ort, an dem sie regelmaessig auftreten, und somit ideal fuer wissenschaftliche Beobachtungen", erlaeutert Professor Reeder. Das spektakulaere Naturschauspiel hat seinen Ursprung in Seewinden, die ueber der Cape York Halbinsel auftreten. Wenn der Wind den Golf westwaerts ueberquert und sich bis in die Abendstunden haelt, laesst der suedliche Teil des Windes die Morning Glory-Formation entstehen. "Wenn Seewinde von beiden Seiten der Halbinsel zusammentreffen, prallen diese aufeinander und erzeugen eine atmosphaerische Welle. Diese Wellen aehneln ein wenig jenen auf der Meeresoberflaeche, wobei die Wolken die Krone der atmosphaerischen Wellen bilden."

Waehrend der Trockenzeit entstehen ueber dem Golf zwei verschiedene Arten von Wolkenlinien - die Morning Glory und die nordaustralische Wolkenlinie, welche aus einer Reihe von Wolken besteht, die sich zum Teil ueber die gesamte Laenge des Golfs von Carpentaria erstrecken. "Die Wolkenlinien, die sich waehrend der Trockenzeit ueber dem Golf bilden, sind relativ flach und bringen keinen Regen mit sich. Die Wolkenlinien aber, die sich waehrend der Regenzeit bilden, koennen sich zu Stuermen weiterentwickeln, die mit heftigen Windboeen und starken Regenfaellen verbunden sind", so Professor Reeder. "Es sind vor allem die letztgenannten Wolkenlinien, die fuer das Bureau of Meteorology von besonderem Interesse sind, da diese Stuerme weite Teile Nordaustraliens betreffen koennen und Stuerme an sich schwer vorhersagbare Wetterphaenomene sind."

Professor Reeder und seine Kollegen sind fuer ihre Untersuchungen durch die Wolkenformationen geflogen, haben Proben genommen und jene Bedingungen naeher bestimmt, die den verschiedenen Wolkenarten zu Grunde liegen. Damit koennen die Arten meteorologischer Beobachtungen bestimmt werden, die sich fuer einen Einbau in Vorhersagemodelle als nuetzlich erweisen, um so die Bildung von Sturmwolken, die Ausmasse des Sturms und dessen Zeitpunkt berechnen zu koennen. "Wenn wir Stuerme in der Cape York Region genau vorhersagen koennen, ist dies der erste Schritt in Richtung einer allgemein besseren Vorhersage fuer Stuerme in den Tropen und in Suedaustralien", so Reeder.

Weitere Informationen uber die Monash University finden Sie hier. Weitere Informationen zur Morning Glory.