Meteor-Logbuch 15. August: Land in Sicht! – Die Stippvisite Luanda (Angola)
Ohne Ersatzteile bleibt das ROV nicht einsatzfähig. Die Fortsetzung zum gestrigen Abenteuerbericht kommt wieder von Fahrtleiterin Anje Boetius, die über die Stippvisite der METEOR in Luanda schreibt.
Planeterde Blog
Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew. In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!
Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI und AWI sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.
Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:
15. August 2008 (Autorin: Antje Boetius)
Land in Sicht! – Die Stippvisite Luanda (Angola)
Autor: Fahrtleiter Antje
Boetius (siehe auch BLOG vom 25. Juli und 12.-13. August)
Im Blog vom 12.-13. Juli
hatte ich von unserer Hoffnung berichtet, einen Ersatz für die fehlenden Steckverbindungen
für das gebrochene Glasfaserkabel an Bord zu bekommen. Nach einigen
Besprechungen (Bild 1) und vielen verschiedenen Versuchen stellte sich als die
am ehesten Erfolg versprechende Lösung ein Kuriertransport zum nächsten Hafen
an der Westafrikanischen Küste dar.
Bild 1: Krisenbesprechung im Konferenzraum der METEOR (Fotograf: Jörn Tonnius)
Bild 2: Abdampfen von
REGAB Richtung Luanda (Fotograf: Jörn Tonnius)
So dampften wir aus REGAB ab (Bild 2) und
liefen am Vormittag des 14. August bei Nebel in Luanda ein, dem größten Hafen
und der Hauptstadt von Angola (Bild 3-6). Der Kurier sollte gegen Mittag am
Flughafen eintreffen, und ein eilig gefundener Agent das Päckchen mit den
fehlenden, winzigen Kunststoff- und Metallteilen so schnell wie möglich an Bord
bringen, zusammen mit dem Zoll und der Immigrationsbehörde von Angola, denn das
Schiff musste einklariert werden und die Pässe einen Stempel erhalten. Die
Hoffnung war, dass wir schon am Nachmittag wieder die Rückreise zum
Arbeitsgebiet antreten könnten, um möglichst wenig Zeit zu verlieren und auch
keine medizinischen oder sicherheitstechnischen Risiken einzugehen. Die
Vereinbarung mit dem Schiff war daher, dass das Schiff nur tagsüber auf Reede
blieb, und kein Landgang vorgesehen war.
Bild 3: Die Bucht vor Luanda – ein natürlicher Hafen mit Geschichte
Diesmal war das Glück auf
unserer Seite – die Übergabe lief wie am Schnürchen. Kurz nach 16 Uhr war der
Agent mit den ersehnten Ersatzteilen an Bord, die Einklarierung und alle damit
zusammenhängenden Formalitäten waren in einer Stunde erledigt, und zur
Dämmerung konnte das Schiff schon wieder Kurs auf unser Arbeitsgebiet REGAB bei
5°42’ Süd nehmen. Wir haben uns alle sehr gefreut, „Land in Sicht“ zu haben, was
die Möglichkeit zu weiteren Tauchgängen angeht – auch wenn der afrikanische
Kontinent nur für wenige Stunden vor unseren Augen war und keiner einen Fuß
darauf setzen konnte.
Den 15. August hatte das ROV Team dann tagsüber Zeit, die
Reparaturen an den Glasfaserverbindungen durchzuführen, denn gleich nach
Ankunft auf Station gegen 20:00 sollte der Lift wieder ausgesetzt werden und um
23:00 der 225. Tauchgang von QUEST beginnen. Und hier schon mal vorweg
genommen: Das hat prima funktioniert – wir alle waren sehr erleichtert als
gegen 1:00 früh des 16. August wieder die ersten Bilder vom Tiefseeboden
übertragen wurden. Von den Ergebnissen des Tauchgangs 225 werden wir dann
morgen berichten, wenn alle Geräte wieder an Deck sind.
Viele Grüsse!
Antje Boetius
Bild 4-6: Aussichten von der Brücke auf die Nachbarschiffe im Hafen Luanda (Fotograf: Tomas Wilkop)








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