Meteor Logbuch 2. August: Schlammvulkan voraus
Das REGAB Pockmark, eines der Hauptarbeitsgebiete der Meteor-Expedition M76/3b ist erreicht. Geophysiker César Caparachin Villaverde berichtet, wie er den ersten Schlammvulkan der Ausfahrt entdeckt hat und erläutert uns die Unterwasserlandschaft dieser Region.
Planeterde Blog
Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew. In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!
Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI und AWI sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.
Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:
2. August 2008 (Autor: César Caparachin Villaverde)
Heute im Meteor-Blog:
Hallo! Vielleicht erinnern sich ein paar von euch noch an mich. Mein Name ist
Cesar Caparachin und ich komme aus Peru. Ich habe einen Bachelorabschluss in
Geophysik und durch eine Einladung der Universität Bremen die große Chance
erhalten, dieser n Forschungsgruppe beizutreten.
Bild 1: Schlammvulkan und andere umliegende Strukturen mit jungem Deformationsalter, die mit dem Austritt von Gas zusammenhängen.
Schlammvulkan voraus
In einer der letzten Nächte fiel mir auf, dass der Multibeam
Echosounder begann, abrupte Konturen in einem ansonsten flachen Gebiet
zu zeigen. Alle diese Strukturen haben sehr junge Deformationsalter, die mit
der Freisetzung von in den unterliegenden Sedimenten gefangenen Gasreservoirs
zusammenhängen. Wie ihr wahrscheinlich in Bild 1 schon bemerkt habt, befinden
sich in der Mitte ganz besondere Strukturen, nämlich Schlammvulkane, die durch
Eruptionen von Gas und Schlamm aus tiefen Sedimentschichten zum Meeresboden
erzeugt wurden. In der Mitte sehen wir einen tortenförmigen Schlammvulkan,
links und rechts davon sind konische Strukturen.
Bild 2: Mit Parasound aufgenommenes Vertikalprofil des Schlammvulkans. Das Sedimentsystem zeigt interne Deformationen und durch freies Gas verursachte starke Reflektionen.
Das vertikale Parasoundprofil
auf Bild 2 zeigt uns nicht nur die Größe des tortenförmigen Schlammvulkans (1,5
km Durchmesser x 100 m Höhe) sondern auch die Subsidenz der umliegenden
Sedimente, die durch frühere Eruptionsperioden verursacht wurden.
Bild 3: Lage des Schlammvulkans und des Diapirgebiets in Bezug zu unserem derzeitgem Untersuchungsgebiet (Regab Pockmark)
Um die relative Lage dieser wundervollen Strukturen zu sehen, müssen wir nur Bild 3 betrachten. In der unteren Bildmitte liegt unser derzeitiges Untersuchungsgebiet (Regab Pockmark), nah dazu verläuft der Kongo-Canyon, im oberen linken Bereich liegen die Schlammvulkane und in der oberen rechten Ecke befindet sich das Diapirgebiet. Die Strukturen des Diapirgebiets haben viel älteres Deformationsalter als die Schlammvulkane, hängen aber ebenfalls mit Gasaustritten zusammen. Während des vorigen Fahrtabschnittes wurden dort mehrere Gas Flares beobachtet. Mir erscheinen all diese Strukturen ungeheuer faszinierend, daher will ich gar nicht viel mehr erzählen sondern einfach die Bilder für sich sprechen lassen :-) !
Falls einige der Begriffe wie Multibeam Echosounder, Parasoundsystem, Pockmarks oder Gas Flares ziemlich seltsam für euch klingen, empfehle ich euch, meinen letzten Blogeintrag vom 20. Juli zu besuchen. Dort erfahrt ihr mehr Details zu all diesen Begriffen und außerdem ein bisschen mehr über mich :-) !
Ich hoffe, ihr habt meinen Beitrag einigermaßen verstehen können, denn da war doch noch diese kleine Party gestern Abend… (Bild 4) Ich schicke ganz viele Grüße nach Peru. Vielen Dank für eure Zeit. Bis bald!
Cheers
Cesar
Bild 4: Samstagnachtsfeier auf der so genannten „Rentnerbank“ von METEOR. Von links nach rechts meine lieben Freunde Christian, Christina, Frederic und ich.








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