Meteor-Logbuch 7. August: Exakte Tauchkarten durch Geodatenmanagement
Die Tauchgänge des ROV QUEST liefern eine große Menge verschiedener Daten aus Messungen und Probennahmen. Diese müssen mit Informationen über Zeitpunkt und Position des Tauchgangs verknüpft werden müssen, damit Wissenschaftler weitere Analysen durchführen können. Dies ist die Aufgabe von Frederic Tardeck, Geoinformatikstudent aus Oldenburg, über die er heute berichtet.
Planeterde Blog
Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew. In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!
Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI und AWI sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.
Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:
7. August 2008 (Autor: Frederic Tardeck)
English version
Exakte Tauchkarten durch Geodatenmanagement
Schiff Ahoi,
Mein Name ist Frederic Tardeck (Bild 1), ich komme
ursprünglich aus dem niedersächsischen Oldenburg und bin auf dieser Expedition
vor der Küste Kongos der so genannte Geodaten-Manager. Zurzeit befinde ich mich
im zweiten Praxissemester meines Studiums Geoinformatik an der Fachhochschule
Oldenburg, das ich bei der Bremerhavener Datenverarbeitungsfirma FIELAX GmbH in
Verbindung mit meiner Diplomarbeit absolviere.Meine Aufgabe ist es, Tauchgänge des Tauchroboters QUEST in
Form von Karten und Wegpunkten vor- und nachzubereiten (Bild 2) sowie ein GIS
(Geoinformationssystem) zu betreuen, das als Informationshintergrund der
Tauchgänge dient. Während der Operationen unter Wasser werden sehr viele
verschiedene Daten aus Messungen und Probennahmen aufgenommen, die anschließend
mit Informationen über Zeitpunkt und Position verknüpft werden müssen, damit
weitere Analysen von den Wissenschaftlern durchgeführt werden können. Deshalb
ist eine durchdachte Datenstruktur und Dokumentation der durchgeführten
Tauchgänge notwendig. Darüber hinaus kommen kleinere aber dennoch zeitintensive
Aufgaben hinzu, wie das Bearbeiten von Tiefseekarten, die ich von meinem Freund
und Kollegen Cesar Caparachin bekomme.
Bild 2: Tauchkarte von QUEST Tauchgang No. 222
Bei dem heutigen QUEST Tauchgang hatten wir zuerst einige
kleine Positionierungsprobleme, die inzwischen behoben sind. Es ist merkwürdig,
wie schwierig die Orientierung unter Wasser ist, wenn man eine Sichtweite von
weniger als acht Meter um das ROV QUEST herum hat. Die Abbildung 2 (Bild 2)
zeigt die derzeitige Tauchkarte, mit allen Probennahme-Lokationen. Wir benutzen
ein spezielles Positionierungssystem namens POSIDONIA, das auch in 3000 Meter
Wassertiefe eigentlich metergenaue Positionen liefert. Es gibt aber immer mal
wieder Schwankungen in der Genauigkeit, die beobachtet werden müssen. Zum
Beispiel haben wir heute fast eine Stunde nach Marker 6 gesucht, der einen
besonderen mit Muscheln bewachsenen Gasaustritt markiert, bevor wir
feststellten, dass für einige Stunden alle Positionen um 10 Meter verschoben
waren. Ich helfe dann den Wissenschaftlern und Piloten, in dem ich die
Tauchkarten aktualisiere und auf Verschiebungen hinweise. Nun klappt alles
prima, Proben werden genommen, es wird gemessen und Kleinst- und Großlebewesen
flitzen in der Tiefseegegend herum (Bild 3 und 4): So kann es weiter gehen! :-)
Bild 3 (oben r.): Ein neugierigiger, ungewöhnlicher Fisch, der sich für unsere Forschungsarbeiten interessiert
Bild 4 (unten): Der Fisch im Profil
Dies ist meine erste Expedition in dieser Form und trotz
manchen Schlafentzugs und Verzicht auf einen „normalen“ Alltag, gefällt mir
meine Arbeit auf dem Forschungsschiff Meteor sehr. Falls gerade mal alle
Arbeiten bewältigt worden sind, kann man seine Freizeit mit Meeresblick (Bild
5), Kickern (was bei ein wenig Wellengang äußerst lustig sein kann),
Tischtennisspielen, in der Hängematte oder schwitzend in der Sauna verbringen.
In zwei Wochen werden wir unsere Rückreise antreten. Bis dahin hoffe ich, dass
wir noch ein bisschen was erleben und Euch natürlich hier davon berichten
können.
Alles Gute von der METEOR,
Frederic Tardeck
Bild 5: Mehr Blau geht nicht...








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