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Forscher-Logbuch vom 26. April: Halbzeit auf der Meteor

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Abenteuer Meeresforschung direkt von Bord: vom 11. bis zum 24. Mai im Forscher-Logbuch, geführt von Nachwuchsforschern und erfahrenen Wissenschaftlern auf der METEOR. Halbzeit auf der METEOR, die für die folgenden zwei Wochen unter der Federführung von Dr. Tim Ferdelman steht. Es berichtet Johan Faust (25), Student der Geologie.

Forscher-Logbuch vom 26. April

Logbuch Meteor-Expedition M76/1

25. April 2008;

24°067’ Süd, 14°12’ Ost

14:00 Uhr; sonnig; Luft: 17,7°C, Wasser: 15,7°C

Wind Südsüdwest, Stärke 3; Seegang 2 m

Momente der Ruhe

Im Moment ist es ruhig auf der Meteor. Die Gänge sind leer, aus dem einen oder anderen Zimmer ist leise Musik zu hören. Viele sind auf Kammer oder genießen die Sonne auf dem Peildeck. Nur wenige arbeiten in einem der Labore. Auch auf dem Arbeitsdeck ist nicht viel los. Das MeBo wird für den nächsten Einsatz startklar gemacht und vereinzelt sieht man die Matrosen, wie sie in der glühenden Mittagssonne kleinere Sachen reparieren, hier und dort ein wenig ausbessern, das eine oder andere neu anstreichen oder so manches entrosten und einölen. Es sind die ruhigen Stunden zwischen der arbeitsintensiven Zeit auf Station, in der Kerne genommen und die Proben anschließend sofort bearbeitet oder für spätere Analysen konserviert werden. Große Teile dieser Arbeiten erfolgen dabei im Kühlraum im Bauch des Schiffes bei 4°C. Die langen Stunden im Kühlraum sind nicht besonders beliebt - nicht nur die Kälte macht einem zu schaffen. Wenn der Seegang etwas kräftiger ist, ist es in den engen fensterlosen, oft nach Faulgasen riechenden Kühlräumen nicht sonderlich schön. Zumal draußen meist die Sonne lacht und ein angenehm frischer Wind weht. Aber die geochemischen Untersuchungen müssen bei niedrigen Temperaturen durchgeführt werden, damit es in den Sedimenten nicht zu chemischen Umwandlungsprozessen und zur Entgasung kommt. So müssen viele fast täglich in den sauren Apfel beißen. Aber umso schöner ist es, wenn die Arbeit getan ist, wieder ans Deck in die wärmende Sonne zu kommen.

Meteor-Log 26. April: Kombüse der Meteor




Pott und Pann: Kombüse der Meteor

Ausflug mit dem Rettungsboot

Gestern haben wir eine kleinere Sicherheitsübung eingelegt. Die beiden Rettungsboote der Meteor wurden zu Wasser gelassen und wir haben alle in langen Klamotten und mit dicker Schwimmweste schwitzend ein paar Runden ums Schiff gedreht. Das Wasser war spiegelglatt und sah eher so aus wie bei Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste und nicht wie man sich den Südatlantik vorstellt. Mir ist dabei das erste Mal aufgefallen wie hübsch ich die Meteor mit ihrem blauen Rumpf, den rot-orangen Kränen, den weißen Aufbauten und dem roten Schürzenkleid direkt über der Brücke finde.

Meteor-Log 26. April: Sicherheitsübung










Sicherheitsübung: Das orange Rettungsboot umkreist sein Mutterschiff.

Wasser, nichts als Wasser

Bevor die Reise losging dachte ich, dass es bestimmt irgendwann ziemlich langweilig werden würde immer nur Wasser um sich zu haben. Aber wie ich nun feststelle, ist dem gar nicht so. Es ist zwar immer Wasser, auf das man da jeden Tag schaut, aber es sieht jeden Tag anders aus. Jeden Morgen wenn ich aufwache werfe ich von meinem Bett aus als erstes ein Blick durchs Fenster und schaue mir an wie die „Meerschaft“ vorüberzieht. Und bis jetzt sah es immer anderes aus als am Tag zuvor. Mal sind die Wellen groß, mal klein. Mal mit viel, mal mit wenig Schaum. Mal sind keine Wellen da und mal sind es ganz viele und mal nur ein paar, aber dafür ganz große.

Fahrtleiterwechsel in Walvis Bay

Heute Morgen gab es einen Fahrtleiterwechsel. Dafür haben wir einen kurzen Stop in Walvis Bay eingelegt. Allerdings sind wir nicht ganz bis in den Hafen gefahren, sondern haben nur in einiger Entfernung zur Küste „geparkt“.  Ein kleines Boot beladen mit zwei neuen Wissenschaftlern kam und nahm Matthias Zabel und zwei weitere Wissenschaftler wieder mit an Land. Somit ist Tim Ferdelman nun neuer Fahrtleiter. Inzwischen befinden wir uns wieder auf dem Weg zu unserer nächsten Station, die wir morgen Vormittag erreichen werden. Dann werden wieder neue Kerne genommen und es wird wieder viel zu tun geben.

Johan Faust




planeterde präsentiert das Fahrtleiter-Logbuch von der 76. METEOR-Expedition in Kooperation mit dem MARUM an der Universität Bremen.





ARCHIV:

Hier finden Sie alle Einträge Archiv METEOR: Fahrtleiter-Logbuch


in das Fahrtleiter-Logbuch
ab dem 11. April 2008.