Was passiert auf Polarstern? Fahrtleiter Fahrbach berichtet wieder live aus der Antarktis - Tag 2
Für planeterde.de berichtet Fahrtleiter Dr. Eberhard Fahrbach vom 9. bis zum 14. März täglich von der Polarstern. Durch den tragischen Helikopterunfall wurden Arbeit und Berichte unverhofft unterbrochen. Um die dunklen Seiten der Forschung geht es in der heutigen Fortsetzung des Tagebuches (9.März).
Fahrtleiter-Logbuch
Tagebucheintrag, Sonntag, der 9. März 2008
Die Folge der Tagebucheinträge wurde unterbrochen, da es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden, um von den dunkelsten Stunden in 25 Jahren Forschung auf der Polarstern zu berichten. Nun hat sich der Betrieb wieder normalisiert, wenn auch der Schmerz über die verlorenen Kollegen weiter brennt.
Genau vor einer Woche erreichten wir die Atkabucht, an der die Neumayer-Station liegt. Nach grauen und zum Teil stürmischen Tagen wurden wir mit Sonntagswetter im wörtlichsten Sinne empfangen. Alle freuten sich darauf, nach Tagen der anstrengenden Stationsroutine, einen Tag auf dem Eis mit all den Eindrücken zu genießen, die die Antarktisforschung so besonders faszinierend machen. Zwar mussten die Wissenschaftler sich darauf einstellen, auch bei den Lade- und Pumparbeiten mit Hand anzulegen, doch sollte genügend Zeit bleiben, sich am Aufenthalt auf dem Eis zu erfreuen.
Die Atka Bucht
Die Versorgung war in vollem Gange, als wir um 8:30 Uhr die
Nachricht erhielten, dass ein Helikopter beim Personentransport zur Neumayer-Station
abgestürzt war. Vorfreude und Erwartung wechselten in Bestürzung und Trauer.
Schnell erreichten die Hilfsmannschaften von der Neumayer-III-Baustelle und der
Neumayer-Station die Absturzstelle und mussten melden, dass der tragische
Unfall zwei Tote gefordert hat. Drei weiteren Insassen des Helikopters waren
schwer verletzt. Die Verletzten wurden so schnell wie möglich mit dem zweiten
Helikopter in das Hospital der Polarstern
gebracht und dort versorgt. Vom AWI aus wurde eine umfassende
Unterstützungsaktion zur Information der Angehörigen und der Öffentlichkeit
sowie für den Rücktransport der Verletzten und Verstorbenen eingeleitet. Durch beispielhafte
internationale Zusammenarbeit und professionelles Können war es möglich, dass
die Verletzten bereits am Donnerstag im Krankenhaus in Kapstadt angekommen und
dort nun in guten Händen sind. Ihr Gesundheitszustand ist den Verhältnissen
entsprechend gut.
Nach dem erfolgreichen Start des Fluges mit den Verletzten nach Novolazarewskaja, von wo aus der Anschlussflug nach Kapstadt erfolgte, legten wir von der Schelfeiskante ab, und nahmen in der Atkabucht die Forschung wieder auf. Der entschlossene Wille, unsere Arbeit im Sinne und zum Gedenken an unsere umgekommenen Kollegen fortzusetzen, half uns, unseren Schmerz zu überwinden und wieder zur Forschungsroutine zurück zu finden. Inzwischen sind wir auf dem Meridian von Greenwich zurück und setzten die Arbeiten nach einer Schlechtwetterphase zügig fort.
Eberhard Fahrbach an Bord der Polarstern
Fahrtleiter-Logbuch
Für
planeterde.de berichtet Dr. Fahrbach vom 9. bis zum 14. März von seinen
persönlichen Eindrücken aus der Antarktis. Aufgrund des tragischen
Helikopterunglücks am 2. März bei der Neumayer-II-Station verzögerte
sich die Berichterstattung des Fahrtleiters von der Polarstern. Das Schiff ist vom 10. Februar bis 16. April in der Antarktis.
Tag 1 ( 2.03.08)
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Tag 6 (13.03.08)
Tag 7 (14.03.08)
Die Trauerfeier für unsere verunglückten Kollegen auf der Polarstern. Foto: AWI
Berichte und Aktuelles von Polarstern
Weitere Berichte können Sie auf der offiziellen Seite des Internationalen Polarjahres lesen:
Offizielle Wochenberichte der Expedition ANTXXIV/3
Berichte der zwei mitreisenden Lehrer, Charlotte Lohse und Stefan Theisen aus Norddeutschland.
Wo ist Polarstern? Kursplot des Schiffes.
"Polarstern - 25 Jahre Forschung in Arktis und Antarktis" im Delius
Klasing Verlag erschienen. Für Hintergrundinformationen siehe auch hier.









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