Poseidon-Blog: 29.-31. Mai - Ankunft bei Freunden
Seit dem 3. Mai ist das deutsche Forschungsschiff POSEIDON im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs EUROPROX auf Forschungsexpedition. Ausgangspunkt des dritten und letzten Fahrtabschnitts ist die westspanische Hafenstadt Vigo, in der das Forschungsschiff mit spezieller Messtechnik bestückt wird. Von Bord berichtet Fahrtleiter Tilo von Dobeneck.
Poseidon-Logbuch P363/3
Vigo - Vigo
29.
- 30. Mai:
Ankunft bei Freunden
Morgens
um 5:30 treffen sich erwartungsfroh, aber noch etwas verschlafen fünf
schwer bepackte Fahrtteilnehmer auf dem Bremer Flughafen. Erstaunlich,
wie feuchtfröhlich manche uns umgebende Spanienreisende zu dieser
frühen Zeit schon sind! Aber bereits am Schalter trennen wir uns von
den Horden bierdurstiger Teutonen, denn unser Flug über Paris an die grüne
atlantische Nordwestküste Spaniens ist noch ein echter Geheimtipp.Stirnrunzeln
der Kontrolleure beim Anblick eines gefährlich wirkenden
schwarzen
Kästchens in unserem Fluggepäck, das rundum mit Lämpchen, Schaltern
und Kabeln gespickt ist. Bombe an Bord? Nein, nur die
von unserem Ingenieur Christian Hilgenfeldt entwickelte Steuereinheit unseres
Tiefseeschlittens, der Vigo bereits auf dem Landweg erreicht hat.
Die vermeintliche "Bombe":
Steuereinheit des Tiefseeschlittens
Der
Sinkflug durch peitschenden Regen bereitet uns auf das schlechte
Wetter
der Region vor, über das bereits im vorausgehenden Fahrtabschnitt die
Rede war. Doch der nasskalte Empfang am Flughafen weicht schnell
der Wärme galizischer Gastfreundschaft: Im Lokal der Universität Vigo
ist eine lange Tafel aufgebaut und unsere spanischen Kollegen und Freunde
Federico Vilas, Daniel Rey und Belén Rubio bewirten uns mit köstlichem
Fisch und Fleisch. Später kommt die Presse dazu und lässt sich
den Zweck unserer Fahrt genauestens erklären. Der "Faro de Vigo" berichtet
am Wochenende ausführlich mit Foto über die Schiffsexpedition und
die gemeinsamen Entwicklungsprojekte unserer Forschergruppen, die aus Technologieprogrammen
der galizischen Landesregierung mit fast 100.000 Euro gefördert
werden.
Ein frohes Wiedersehen am Kai gibt es auch am nächsten Morgen, als FS POSEIDON am mondänen Transatlantik-Terminal einläuft. Der Anblick des Blau-Weiß-Orange der deutschen Forschungschiffe weckt Heimatgefühle - auch wenn die meisten der neuen Fahrtteilnehmer noch Neulinge auf diesem bejahrten, aber stilvollen Schiff sind. Nach kurzen Absprachen mit Kapitän Michael Schneider und Fahrtleiterin Karin Zonneveldt entladen wir unter dem Auge des spanischen Zolls die zahlreichen Kisten und Kästen der ersten beiden Fahrtabschnitte und bringen eine Reihe von neuen Großgeräten an Bord: Das sechs Meter hohe, sechsbeinige Vibrolot zur Beprobung der sandigen Schelfsedimente, das zuvor auf der Pier zusammengeschraubt wird. Den nicht minder wuchtigen Großkastengreifer und den auch fast vier Meter langen und eine halbe Tonne schweren Elektromagnetik-Schlitten. Zunehmend lockert sich die Wolkendecke auf und am Abend liegen Stadt, Hafen und Meer in strahlender Abendsonne.
Poseidon im Hafen von Vigo
Beste Grüße,
Tilo von Dobeneck
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
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Zum 31. Mai - 1. Juni: Das Kind hat einen Namen








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