POSEIDON-Logbuch 27.-29. Mai: Rückkehr nach Las Palmas
Bis Mitte Juni berichten Forscher von Bord der POSEIDON. Das deutsche Forschungsschiff ist unterwegs, um im Rahmen des EUROPROX-Programms die Küstengewässer Marokkos und den Nordatlantik zu untersuchen. Vom zweiten Fahrtabschnitt berichten bis zum 29. Mai der Meeresgeologe Stijn de Schepper (MARUM/Uni Bremen) und Mirja Hoins, Master-Studentin in den marinen Geowissenschaften aus Bremen.
Forscher-Logbuch 27. - 29. Mai 2008
P366-2 RV POSEIDON
Autoren:
Stijn De Schepper und Mirja Hoins
Hallo, ich bin Stijn De Schepper, 29 Jahre alt und
Postdoktorand bei Europrox. Ich bin in Belgien geboren und seit 2006 in
Bremen am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM. Mein
Forschungsschwerpunkt sind organische
Dinoflagellatenzysten aus dem Neogen (Das
Neogen beginnt auf geologischer Zeitskala vor 23,04 Millionen Jahren und reicht
bis in die Gegenwart. Das Neogen ist gekennzeichnet durch die Entwicklung der
Vögel sowie der Säugetiere bis hin zum heutigen Menschen. Anm.d.Red.). Mit
Hilfe der Zysten möchte ich Strömungsmuster im
Nordatlantik rekonstruieren.
Ich bin Mirja Hoins, 26
Jahre alt und studiere im Masterstudiengang „Marine Geosciences“ an der
Universität Bremen. Fokus dieses internationalen und interdisziplinär geprägten
Studiums sind forschungsnahe, meeres- und klimabezogene Inhalte, die eng mit
der Forschung in den modernen marinen Geowissenschaften in Bremen und
Bremerhaven verknüpft sind.
Mich interessieren vor allem die Paläontologie und Geochemie.
Bestenfalls natürlich mit marinem Bezug! Ein eigenes Forschungsprojekt hatte
ich als Studentin bislang noch nicht.
Dienstag 27. Mai 2008
Leider konnten wir den
Multicorer heute nicht einsetzen, uns ist bestimmt einiges entgangen...Die Wellen waren
einfach zu hoch, um das Gerät sicher ins Wasser zu bringen. Dieser ungünstige
Umstand bewirkte nicht nur, dass einiges Laborzubehör den unfreiwilligen Kontakt
zum Boden herstellte, sondern auch, dass der gesamte Tagesplan umgeworfen werden
musste.
Da wir alle gut im Team gearbeitet haben, konnten wir unsere Aufgaben dennoch meistern. Heute morgen beim Frühstück haben wir erfahren, dass wir direkt auf drei Tiefs zusteuern, wir sind gespannt, was die nächsten Tage bringen.
Die in-situ-Pumpe in Aktion.
Mittwoch 28. Mai 2008
Heute haben wir den wissenschaftlichen Teil unserer Fahrt um 2 Uhr nachts mit der letzten in-situ-Pumpe abgeschlossen. Da der Kapitän den Ozean mit Lampen beleuchtet hat, waren einige Fische und Calamares ebenfalls Zeugen des Geschehens. Leider waren sie zu schnell, um sich von der eifrig fischenden Crew einfangen zu lassen.
Calamares. Quelle: gettyimages
Donnerstag 29. Mai 2008
Nach einer eher kurzen Nacht begann der letzte und spaßigste Abschnitt dieser Reise: Aufräumen, Packen und Saubermachen! Anfangs noch etwas hektisch, später dann sehr hektisch, packten wir alles, was nicht niet- und nagelfest war, in verschiedene Boxen. Danach wurden die Böden so lange geschrubbt, bis man von ihnen essen konnte. Oder beinahe zumindest.
Das war’s schon von unserer wissenschaftlichen
Poseidon-Crew: Christina, Katherina, Judith, Igaratza, Mirja, Gianluca,
Kalle, Marco, Stijn und Karin.
Wir danken der Besatzung für die exzellente Unterstützung während der Probennahme - das nächste Team aus Bremen unter der Leitung von Tilo von Dobeneck ist in besten Händen!!!
Schöne Grüße von der
Poseidon,
Stijn und Mirja
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Das Science-Team. Obere Reihe: Gianluca Marino, Katherina Seiter, Mirja Hoins, Igaratza Fraile, Judith Barke. Mittlere Reihe: Christine Fink. Untere Reihe: Karin Zonneveld, Marco Klann, Kalle Baumann, Stijn De Schepper.
Stürmische Abendromantik.








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