POSEIDON-Logbuch: 7. Mai - Bodenkontakt und Kerneschlachten
Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.
Forscher-Logbuch 7. Mai 2008
P366-1 RV POSEIDON
Autoren:
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer
TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein
Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden,
einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen
der Quellregion
und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige
Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und
Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren
nach Bremen wechselte.
Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen
Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene
Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische
Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen
angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der
European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.
Mittwoch 7. Mai 2008
Heute haben wir zum ersten Mal
tatsächlich den Meeresboden beprobt. Dazu haben wir heute ein weiteres
mal den Multicorer eingesetzt um die Sedimentoberfläche zu
erforschen. Für längere Kerne (bis maximal 6 m) steht das Schwerelot zur Verfügung.
Für solche schwere Geräte ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit
zwischen Wissenschaftlern und Besatzung problemlos funktioniert. Auf der Poseidon
klappt dies immer sehr gut und dafür auf diesem Weg schon mal ein großes
Dankeschön!!!
Nach dem „Schlachten“ der Kerne (dabei werden die Kerne für weitere Analysen im Labor erst in Zentimeterscheiben geschnitten, verpackt und kühl gelagert) ging es dann weiter mit einem Transit von drei Stunden zur nächsten Station. Hier wurde am Abend mit der Wasseruntersuchung begonnen, um morgen erneut die Sedimente zu beproben. Die Stationen liegen auf einem Transekt mit Wassertiefen von etwa 4100 m bis etwa 50 m. Das interessante daran ist, dass man auf diese Weise die unterschiedlichen biologischen und geologischen Prozesse sowohl in der Wassersäule als auch in den Sedimenten in Abhängigkeit zur Tiefe studieren kann. Die nächsten paar Tage werden wir in Richtung Küste fahren und dabei ein solches Profil erstellen.
Liebe Grüße,
Inka & Jan-Berend
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Sedimentkern im Rohr des Multicorers: Der ockerfarbene Meeresboden kann so nahezu ungestört pebrobt werden. Auf dem Sediment liegt eine Schicht Meerwasser.








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