POSEIDON-Logbuch 9. Mai - Wale voraus!
Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.
Forscher-Logbuch 9. Mai 2008
P366-1 RV POSEIDON
Autoren:
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer
TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein
Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden,
einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen
der Quellregion
und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige
Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und
Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren
nach Bremen wechselte.
Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen
Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene
Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische
Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen
angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der
European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.
Freitag 9. Mai 2008
Heute verlief der Tag
ähnlich wie gestern: in der Nacht wurde mit der
Beprobung der
Wassersäule angefangen und tagsüber wurden Kerne aus dem Meeresboden genommen.
Auf dem Transekt vom
tiefen Ozean in Richtung Küste merken wir ganz
deutlich, dass wir von einem nährstoffarmen in ein nährstoffreiches Gebiet
geraten. Zum einen kann man dies an der
Wasserfarbe erkennen,
die sich von einem tiefem Blau in einen blau-grün Ton verändert hat, zum
anderen nimmt der Gehalt an organischer Substanz zu. Am auffälligsten wird dies
durch die Farbe und den deutlichen Schwefelgeruch beim Öffnen der Kerne.
Auch ein "fliegender Fisch" hat sich schon auf die POSEIDON verirrt.
Ein weiterer Hinweis für nährstoffreiche Gewässer ist die steigende Anzahl
an Plankton im Wasser und folglich auch die der Fische und Vögel. Der Nährstoffreichtum
der Küstengewässer Nordwest
Afrikas wird durch einen
Prozess verursacht, den man Auftrieb nennt und der mit den Passatwinden
zusammenhängt. Einfach gesagt wird das Oberflächenwasser durch
die Winde von der Küste weggedrückt und durch kaltes nährstoffreiches
Tiefenwasser ersetzt.
Am frühen Abend haben wir sogar unsere ersten Wale gesehen! Etwa 15 graue Wale schwammen am Schiff vorbei. Ein unglaubliches Erlebnis! Wir hoffen natürlich in den nächsten Tagen auf noch mehr Meerestiere.
Liebe Grüße,
Inka & Jan-Berend
Weitere Informationen:
Wo ist POSEIDON jetzt?
Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.
Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history unter www.europrox.de.
Jan-Berend Stuut und Inka Meyer voll in ihrem Element: Scheibe um Scheibe wird eine Sedimentkern für spätere Untersuchungen im Labor zerlegt.








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