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Seebeben - Deutsches Frühwarnsystem

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:34 — abgelaufen

Deutschland wird der internationalen Staatengemeinschaft ein Konzept für ein Tsunami-Frühwarnsystem vorschlagen, das im Rahmen der vorgeschlagenen Partnerinitiative mit Sri Lanka und Indonesien realisiert werden kann. Das Konzept soll unter Führung des GeoForschungszentrums Potsdam (GFZ) realisiert werden.

In einem Gespräch mit Bundeskanzler Schröder und weiteren Bundesministern und -ministerinnen wurde beschlossen, dass Deutschland im Rahmen der Hilfe für die vom Seebeben in Asien betroffenen Staaten ein Frühwarnsystem zur See- und Erdbebenmeldung anbieten wird. Das System soll unter Führung des GFZ entstehen.

Das GFZ betreibt bereits gemeinsam mit weiteren Institutionen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) wie dem AWI und dem DLR ein eigenes seismologisches Forschungsnetz (siehe Graphiken). Es ist aufgrund seiner Kompetenz in der Lage, kurzfristig ein Wissenschaftskonzept zur Übertragung der Erfahrungen mit einem Frühwarnsystem im Pazifik auf die Erfordernisse des Indischen Ozeans zu erarbeiten. Das Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass es auf bestehenden Beobachtungsnetzen aufbaut. Es muss nicht bei Null angefangen werden.



Regionale Schwerpunkte der Geo-Risikoforschung am GFZ in der Erdbebenforschung sind vor allem die Regionen Zentralasien, Südamerika, östliches Mittelmeer und Südostasien. Jährlich hält das GFZ für Wissenschaftler aus Dritte-Welt-Ländern, die durch Erdbeben am stärksten gefährdet sind, Trainingskurse zur seismischen Gefährdung ab.

Naturkatastrophen wie das Seebeben Südostasiens mit bislang weit über 100.000 Todesopfern sind ein seltenes Ereignis. Daten der Wissenschaft zeigen jedoch, dass auch in Europa derartige Katastrophen nicht auszuschließen sind.



Die Altstadt von Lissabon wurde 1755 ebenfalls durch einen Tsunami zerstört. Istanbul ist hinter Katmandu die am stärksten durch Erdbeben bedrohte Großstadt der Welt und vor ca. 8000 Jahren führten untermeerische Hangrutsche vor Norwegen zu einer 20 m hohen Flutwelle im Nordsee-Bereich.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat vor zwei Jahren seine Forschungsförderung im Bereich Erdsystemforschung mit dem Ziel einer verstärkten ganzheitlichen Betrachtung des Systems Erde umgestellt. Hierzu ist das neue Rahmenprogramm "System Erde" in Vorbereitung.

Quelle: BMBF