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Größte Antarktiskonferenz der Welt setzt neue Maßstäbe

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Über 1100 Wissenschaftler und Logistiker aus 40 Ländern trafen sich diese Woche zur 28. Konferenz des internationalen Wissenschaftlichen Komitees für Antarktisforschung (SCAR) im Messe Centrum Bremen, um ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorzustellen und neue Projekte zu planen.

Die Integration des wissenschaftlichen Nachwuchses in zukünftige Forschungsvorhaben war ein besonderer Schwerpunkt der weltweit größten Antarktiskonferenz. "Wenn junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich an der Planung der Antarktisforschung beteiligen, haben wir eine Zukunft. Die 28. SCAR-Konferenz hat es geschafft, die Jugend zusammen zu bringen", freut sich Dr. Roland Schlich, Vize-Präsident von SCAR.

Während der Eröffnungsveranstaltung der Antarktiskonferenz am Montag, den 26. Juli, sagte die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn 26 Millionen Euro für den Bau der neuen Antarktisstation Neumayer III zu. "Hier stärkt Deutschland mit einer modernen Infrastruktur seine Spitzenposition in der Polarforschung", betont Prof. Jörn Thiede, SCAR-Präsident und Direktor des Alfred-Wegener-Institus für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Die 3000 Quadratmeter große deutsche Forschungsplattform wird mit umweltschonenden Werkstoffen errichtet und soll im Jahr 2008 fertig gestellt sein.

Parallel zur wissenschaftlichen Konferenz fand eine Industrieausstellung statt, auf der die neuesten Trends polarer Technologien präsentiert wurden. Neben der Vorstellung der geplanten Antarktisstation Neumayer III zeigten 45 Hersteller Neuentwicklungen beim Transport von Mensch und Material unter extremen Bedingungen sowie bei der Versorgung weit entfernter Regionen.

Um für die Entscheidungsträger der einzelnen Antarktisvertragsstaaten ein Forum zur Diskussion und für internationale Zusammenarbeit in Logistikangelegenheiten zu schaffen, wurde 1988 COMNAP (Council of Managers of National Antarctic Programs) gegründet. Die 16. COMNAP-Tagung fand zeitgleich mit der SCAR-Konferenz in Bremen statt. "Wir handeln im Sinne des Antarktis-Vertrages, um die Umwelt zu schützen. Forschung im extremen Lebensraum Antarktis ist sehr aufwendig und kostspielig und funktioniert nur, wenn Wissenschaft international kooperiert", erläuterte der COMNAP-Präsident Karl Erb. Zusätzlich wurden wichtige Grundsteine für das internationale Polarjahr 2007/2008 gelegt.

Während der Konferenz in Bremen nutzten Wissenschaftler und Logistiker die Möglichkeit, auf dem Flughafen in Bremen das amerikanische Versorgungsflugzeug LC 130 "Hercules" zu besichtigen. Auf dem Regionalflughafen Bremerhaven präsentierten sich zusätzlich die Polarflugzeuge des AWI vom Typ Dornier 228 sowie das australische Flugzeug CASA 212.

SCAR arbeitet daran, bei Öffentlichkeit, Medien und Politikern Interesse für die Antarktis zu wecken und die gesellschaftliche Bedeutung der Antarktisforschung herauszustellen. Am Montagabend besuchten mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger aus Bremen den öffentlichen Vortrag von Prof. Georg Kleinschmidt von der Universität Frankfurt. In seinem Vortrag "Antarktis: Vereister Schlüssel zu unserer Erde" berichtete er über die Erforschung und langfristige Entwicklung der Antarktis und des südlichen Polarmeeres.

Die SCAR-Delegierten werden die Ergebnisse und die Vorschläge für neue Forschungsvorhaben und internationale Zusammenarbeit in der Antarktis vom 3. bis 9. Oktober auf einer gesonderten Konferenz in Bremerhaven diskutieren und verbindlich vereinbaren.

Die nächste SCAR-Konferenz findet 2006 im australischen Hobart statt. "Von der diesjährigen SCAR-Konferenz sind wir sehr beeindruckt. Wir werden uns die hier erlebte Offenheit für die kommende Antarktis-Tagung in Australien zum Vorbild nehmen. Ich hoffe, dass wir aufgrund unserer geografischen Lage in zwei Jahren viele neue Teilnehmer aus Asien in Hobart begrüßen können", blickte der zukünftige Gastgeber Dr. Ian Allison aus Australien optimistisch voraus.

Weitere Infos

Bremerhaven, den 30. Juli 2004

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Das AWI koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher "Polarstern" für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das AWI ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Hinweis an Redaktionen: Ihre Ansprechpartner in der Press- und Öffentlichkeitsarbeit sind Dr. Torsten Fischer (tfischer@awi-bremerhaven.de; Tel: 0471 4831 1743) und Dr. Ingrid Zondervan (izondervan@awi-bremerhaven.de; Tel: 0471 4831 1680).