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Geowissenschaften: Fossilien und Fenster in die geologische Vergangenheit - 74. Jahrestagung der Palaeontologischen Gesellschaft an der Universitaet Goettingen

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Die 74. Jahrestagung der Palaeontologischen Gesellschaft, die vom 2. bis 8. Oktober 2004 an der Georg-August-Universitaet stattfindet, beschaeftigt sich mit dem Arbeitsgebiet Geobiologie, das die Wechselwirkungen zwischen Organismen und organischen Verbindungen mit geologischen Prozessen behandelt.

Zu der Tagung am Geowissenschaftlichen Zentrum Goettingen - GZG - werden mehr als 250 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, aus west- und osteuropaeischen Laendern, aus China, den USA, aus dem Iran und Irak erwartet. Auf dem Programm stehen mehr als 120 Beitraege in zwoelf Symposien, Posterpraesentationen, Workshops sowie Exkursionen in die Region. Ausserdem finden ein oeffentlicher Abend-Vortrag, Treffen von Fachgruppen und die Mitgliederversammlung der Palaeontologischen Gesellschaft mit Preisverleihung und Ehrungen statt. In diesem Jahr wird zum ersten Mal der Tilly-Edinger-Preis fuer Nachwuchswissenschaftler vergeben.

"Mit der Wahl des Tagungsortes dokumentiert die Gesellschaft, welchen hohen Stellenwert sie der palaeontologischen und geobiologischen Forschung in Goettingen beimisst", sagt Prof. Dr. Joachim Reitner, Dekan der Fakultaet fuer Geowissenschaften und Geographie und Ausrichter der Tagung. Nach Angaben des Wissenschaftlers hat sich die Geobiologie als moderne Forschungsrichtung im Spannungsfeld zwischen unbelebter und belebter Natur entwickelt. Prof. Reitner: "Auch wenn sich Aufgaben und Forschungsziele unterscheiden, so gibt es doch Schnittmengen mit der Palaeontologie." Diese widmet sich der Erfassung, Beschreibung und Interpretation von Fossilien und zeigt damit die grossen Linien der Evolution.

Die Referate in den Symposien der Jahrestagung befassen sich unter anderem mit dem Prozess der Biomineralisation, deren Auswertung Aussagen ueber Umweltbedingungen erlauben, mit Extrembiotopen als Fenster in die geologische Vergangenheit sowie mit den Forschungszweigen Geomikrobiologie und Fossillagerstaetten. In Workshops der Veranstaltung geht es zum Beispiel um Arbeitstechniken in der Geobiologie und die Oeffentlichkeitsarbeit in der Palaeontologie. Exkursionen fuehren die Teilnehmer in geowissenschaftlich interessante Gebiete Niedersachsens und Sachsen-Anhalts.

"Die Entwicklung des Lebens an submarinen Quellen" lautet der Titel des oeffentliches Vortrags, den Juniorprofessor Dr. Joern Peckmann vom DFG Forschungszentrum Ozeanraender der Universitaet Bremen am Dienstag, 5. Oktober 2004, im Rahmen der Tagung haelt. Der Vortrag findet in der Aula am Wilhelmsplatz 1 statt und beginnt um 18 Uhr. Das Geowissenschaftliche Zentrum Goettingen hat zudem aus Anlass der Jahrestagung sein Museum neu gestaltet und erweitert. "Die Schwerpunkte der neuen Ausstellungsobjekte liegen in der Region Goettingen mit seinen besonderen Fossilien und Fossillagerstaetten sowie in wertvollen historischen Fundstuecken aus der Fruehzeit der palaeontologischen Forschung", sagt Prof. Reitner. Praesentiert werden unter anderem Fundstuecke aus der historischen Blumenbach'schen Sammlung, darunter Hautreste des ersten eingefroren gefundenen Mammuts (1806). Zu sehen ist auch das "Schwaebische Medusen-Haupt", eine Platte mit Seelilien aus dem Unterjura von Holzmaden. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts gefunden und galt seit 1752 als verschollen. Die Dauerausstellung "Fossillagerstaetten und Regionale Geologie" wird am Sonntag, 3. Oktober 2004, um 19.30 Uhr eroeffnet.

Die im Jahre 1912 gegruendete Palaeontologische Gesellschaft veranstaltet ihre Jahrestagung bereits zum vierten Mal an der Universitaet Goettingen. Die mehr als 1.000 Mitglieder der Gesellschaft sind Wissenschaftler und Studierende der Palaeontologie, Geologie und Biologie sowie interessierte Laien und Sammler.

Weitere Informationen zu der 74. Jahrestagung der Palaeontologischen Gesellschaft finden Sie hier.

Pressemitteilung der Georg-August-Universitaet Goettingen, 24.09.2004