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Seifertit - dichteste natuerliche Form von Quarz nach Gruender des Bayerischen Geoinstituts benannt

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Nach dem Gruender des Bayreuther Bayerischen Geoinstituts, Professor Dr. Dr. h.c. Friedrich Seifert, ist ein neu entdecktes Hochdruck-Mineral genannt worden: Seifertit

Bayreuth (UBT). Die Ueberraschung bei den Wissenschaftlern des Bayreuther Bayerischen Geoinstitituts (BGI) war gross, als jetzt Professor Ahmed El Goresy vom Max-Planck-Institut fuer Chemie in Mainz am Ende seines Fachvortrages ueber Forschungsarbeiten zu Hochdruckmineralen in Mars-Meteoriten die Katze aus dem Sack liess: eine neu gefundene Quartz-Modifikation ist nach dem BGI-Gruender Professor Dr. Dr. h.c. Friedrich Seifert (Experimentelle Geowissenschaften) benannt: Seifertit.


Die Studien Professor El Goresys ("Das Bayerische Geoinstitut gehoert zu den fuehrenden Forschungsstaetten weltweit") haben neben neuen Erkenntnissen ueber den Mars und seine Kollisionsgeschichte auch zur Entdeckung neuer Minerale gefuehrt. Insbesondere wurde eine neue Modifikation des Quarz (SiO2) identifiziert. Die Kommission zur Benennung neuer Minerale der Internationalen Mineralogischen Gesellschaft (IMA) folgte dem Vorschlag Prof. El Goresys, das neue Mineral "Seifertit" zu nennen und damit den Gruender und langjaehrigen Leiters des Bayerischen Forschungsinstituts fuer Experimentelle Geochemie und Geophysik, Professor Seifert, zu ehren. Seifertit wurde mittlerweile in zahlreichen Meteoriten vom Mars nachgewiesen. Diese Meteorite sind irdischen Basalten sehr aehnlich; sie wurden durch einen riesigen Asteroideneinschlag vom Mars geschleudert und fielen spaeter als Meteorite auf die Erde. Das Mineral bildete sich durch die enorme Druckwelle, die bei diesem Einschlag auf dem Mars entstand. Seifertit sollte aber nicht nur ein Bestandteil der Gesteine auf dem Mars sein. Auch im unteren Erdmantel, in Tiefen unterhalb von 1700 km, sollte Seifertit in Gesteinen mit freiem SiO2 vorhanden sein. Das durchscheinende, lamellare Hochdruck-Mineral ist die bisher dichteste natuerliche Modifikation des Quarz; es zeichnet sich durch eine ungewoehnliche Haerte aus, ist jedoch lediglich bei Druecken ueber 780 kbar stabil.

Weitere Informationen:
Dr. Stefan Keyssner
Bayerisches Geoinstitut der Universitaet Bayreuth
Tel. 0921/55-3704