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Erste Boje für das Tsunami-Frühwarnsystem in Jakarta offiziell übergeben

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Staatssekretär Meyer-Krahmer: "Deutsche Spitzentechnologie bietet Schutz vor Flutkatastrophen"

Der Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems mit deutscher Unterstützung für die Menschen am Indischen Ozean geht zügig voran. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Frieder Meyer-Krahmer hat am heutigen Montag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta die erste deutsche GPS-Boje an seinen Kollegen Kusmayanto Kadiman übergeben. Gleichzeitig verabschiedeten Meyer-Krahmer und Kusmayanto das deutsche Forschungsschiff SONNE zur ersten Fahrt. Die SONNE wird den Ozeanboden für die Installation der Meeresinstrumente in der Erdbebenregion vermessen. "Mit neuesten Technologien aus Deutschland bieten wir den Menschen am Indischen Ozean die Möglichkeit, sich zukünftig effektiv vor Flutkatastrophen zu schützen", sagte Meyer-Krahmer in Jakarta.


Forschungsschiff Sonne
(c)RF Reedereigemeinschaft Forschungsschiffahrt GmbH Bremen

Im November dieses Jahres, also noch vor Jahresfrist der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean vom 26. Dezember 2004, sollen die ersten GPS-Bojen und Ozeanboden-Drucksensoren mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE in indonesischen Gewässern in Position gebracht werden. Für den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems stellt die Bundesregierung im Rahmen ihrer Wiederaufbauhilfe in der betroffenen Region 45 Millionen Euro bereit.


Messboje
(c) GFZ-Potsdam

Das System bietet sehr schnelle, gleichzeitig aber auch verlässliche Möglichkeiten der Warnung. Mithilfe der GPS-Bojen und der Ozeanboden-Drucksensoren können Tsunami-Wellen, die erst durch Erdbeben ausgelöst werden, ausgemacht werden. Eine permanente Beobachtung bietet dann die Chance, die Menschen am Indischen Ozean rechtzeitig und effektiv vor Tsunamis zu warnen. Insgesamt werden in den nächsten drei Jahren zehn Bojen aus Deutschland vor der indonesischen Küste zwischen Bandah Aceh und Bali installiert. Zugleich werden Seismometer und Küstenpegel aufgebaut.

Meyer-Krahmer erklärte weiter: "Der Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean zeigt, wie modernste Technologien, exzellente Wissenschaft und traditionell partnerschaftliches Handeln von Deutschland und Indonesien das Leben der Menschen in der Region sicherer machen können." Neben Tsunamis solle das Frühwarnsystem auch vor anderen Gefahren wie etwa Vulkanausbrüchen oder Unwettern warnen.

Während der Forschungsfahrt der SONNE vom heutigen Montag bis zum 27. Oktober werden durch Vermessung des Ozeanbodens geeignete Positionen für die ersten Bojen bestimmt. Die Fahrt geht von Jakarta aus zunächst durch die Sunda-Straße bis in die Gewässer vor Nord-Sumatra unmittelbar bei der Erdbebenregion vom 26. Dezember. Dabei wird auch der Vulkan Krakatau mit Messinstrumenten ausgerüstet.

Der Aufbau des Systems erfolgt in enger Kooperation mit der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der UNESCO, die die Koordination eines übergreifenden Frühwarnsystems für den Indischen Ozean übernommen hat.

Unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), vertreten durch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in enger Kooperation: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Alfred Wegener Institut (AWI), Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR), Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Universität der UN in Bonn (UNU).

BMBF-Pressemitteilung Nr. 241/2005