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Internationales Institut fuer Wald und Holz NRW, WWU Muenster und Universidad de Chile kooperieren

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Das Internationale Institut fuer Wald und Holz NRW, der Fachbereich fuer Geowissenschaften der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster sowie die Forstwissenschaftliche Fakultaet der Universidad de Chile schliessen eine strategische Partnerschaft. Ziel der Kooperation ist die akademische, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit. Ab Oktober dieses Jahres startet das erste gemeinsame Forschungsprojekt zum Kohlenstoffhaushalt von Nothofagus-Waeldern in Patagonien, Chile.

Umfassende Zusammenarbeit zum Thema: Wald und Klimawandel

Die Institutionen haben gemeinsame Abkommen unterzeichnet, nach denen sie auf dem Gebiet der Waldoekologie und Forstwirtschaft akademisch und wissenschaftlich zusammenarbeiten wollen. So sollen neben dem wissenschaftlichen Austausch zu speziellen Fragestellungen gemeinsame Forschungsprojekte initiiert und durchgefuehrt werden. Ein erstes Forschungsprojekt setzt die vereinbarte Absichtserklaerung der Partner in die Tat um.

Erforschung des Kohlenstoffhaushalts von Waldoekosystemen Patagoniens

Am 1. Oktober 2004 startet das gemeinsame Forschungsprojekt zum Kohlenstoffhaushalt von Lengawaeldern in Patagonien, Chile.

Basis fuer das Projekt sind die ueber zwei Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen und Materialen der waldoekologischen und waldbaulichen Grundlagenforschung im Lengawald durch die Universidad de Chile sowie die Erfahrungen der Mitglieder des Internationalen Instituts fuer Wald und Holz NRW im Bereich der Erforschung des Kohlenstoffhaushaltes von Waldoekosystemen.

In Anbetracht der in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegenen CO2-Konzentration in der Atmosphaere interessiert das Forscherteam vor allem die Frage, wie viel Kohlenstoff in den Naturwaeldern gebunden ist und wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsmethoden auf den Kohlenstoffhaushalt der Waldoekosysteme auswirken.

Das Forschungsobjekt - die Lenga (Nothofagus pumilio) - gehoert zu den endemischen, suedamerikanischen Schein- oder Suedbuchen. Ihr Holz wird in Deutschland unter dem Namen ">

Basis fuer das Projekt sind die ueber zwei Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen und Materialen der waldoekologischen und waldbaulichen Grundlagenforschung im Lengawald durch die Universidad de Chile sowie die Erfahrungen der Mitglieder des Internationalen Instituts fuer Wald und Holz NRW im Bereich der Erforschung des Kohlenstoffhaushaltes von Waldoekosystemen.

In Anbetracht der in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegenen CO2-Konzentration in der Atmosphaere interessiert das Forscherteam vor allem die Frage, wie viel Kohlenstoff in den Naturwaeldern gebunden ist und wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsmethoden auf den Kohlenstoffhaushalt der Waldoekosysteme auswirken.

Das Forschungsobjekt - die Lenga (Nothofagus pumilio) - gehoert zu den endemischen, suedamerikanischen Schein- oder Suedbuchen. Ihr Holz wird in Deutschland unter dem Namen "Feuerlandkirsche" gehandelt. Mit gut 25 % Anteil an der Naturwaldflaeche Chiles, das sind 3,3 Mio. ha und damit eine etwa 3,5-mal groessere Flaeche als der gesamte Wald in Nordrhein-Westfalen, stellen die Lengawaelder den zweitwichtigsten Waldtyp im chilenischen Sueden dar (nach dem immergruenen valdivianischen Regenwald, der etwa 30 % der Flaeche einnimmt).

Die Feldarbeiten des Forschungsvorhabens werden schwerpunktmaessig in dem Forstbetrieb "Forestal y Ganadera Monte Alto Ltda." durchgefuehrt. Dieser Betrieb dehnt sich auf ungefaehr 18.000 ha aus und liegt in der Gemeinde "Pu-erto Natales", Provinz "Ultima Esperanza", XII. chilenische Region (zwischen 52° 05' und 52° 10' suedlicher Breite und 71° 35' bis 71° 55' westlicher Laenge).

Waehrend des Projekts ist der Austausch von jeweils einem Wissenschaftler aus Chile und Deutschland beabsichtigt. Zunaechst beginnt das Projekt mit einer Startphase von einem Jahr und soll dann verlaengert werden.

Neben diesem Forschungsvorhaben sind weitere internationale Projekte vom Internationalen Institut fuer Wald und Holz NRW in Planung, so unter anderem in Bolivien zum Thema einheimische Baumarten in laendlichen Dorfgemein-schaften der Anden.

Die Universidad de Chile in Kuerze

Die Universidad de Chile ist die aelteste und traditionsreichste Universitaet des suedamerikanischen Andenstaates. Sie wurde offiziell 1843 mit fuenf Fakultaeten gegruendet. Im forstlichen Bereich nimmt die Hochschule eine Vorreiterrolle ein, da sie 1952 die Laufbahn des Hoeheren Forstdienstes fuer Chile begruendet hat.

Universidad de Chile...


Das Wald-Zentrum, Westfaelische Wilhelms-Universitaet, in Kuerze

Das Wald-Zentrum, Westfaelische Wilhelms-Universitaet Muenster, wird gebildet aus dem Fachgebiet fuer Waldoekologie, Forst- und Holzwirtschaft im Institut fuer Landschaftsoekologie der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster und dem Internationalen Institut fuer Wald und Holz NRW e. V. an der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster.

Inhaber des Lehrstuhls fuer Waldoekologie, Forst- und Holzwirtschaft ist Prof. Dr. Andreas Schulte. Vorrangiges Ziel ist es, den Studierenden der Landschaftsoekologie, Geografie und Geoinformatik am Fachbereich Geowissenschaften einen Einblick in die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermoeglichen. Dazu werden grundlegende waldoekologische sowie forst- und holzwirtschaftliche Themen zunaechst in Vorlesungen vermittelt und anschliessend das erlernte Wissen in der Praxis erprobt. Durch die interdisziplinaere Lehre soll das gegenseitige Verstaendnis fuer die unterschiedlichen Ansprueche von Natur- und Artenschuetzern auf der einen Seite und Waldbesitzern bzw. der Forstwirtschaft auf der anderen Seite gefoerdert werden.

Das Internationale Institut fuer Wald und Holz NRW wurde im Oktober 2003 auf Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster als gemeinnuetziger Verein gegruendet. Es hat seinen Sitz an der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster. Das Institut fungiert als eigenstaendige Einrichtung und arbeitet im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet Muenster zusammen. Es ist nach § 32 Hochschulgesetz Nordrhein-Westfalen anerkanntes An-Institut dieser Hochschule und versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Vor-standsvorsitzender ist Prof. Dr. Andreas Schulte. Zu den Hauptaufgaben gehoeren die anwendungsbezogene, regional und international ausgerichtete Forschung und Beratung sowie die Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen, die den Wald, die Forstwirtschaft und den Roh- und Werkstoff Holz betreffen. Neben den vielfaeltigen Aufgaben in der Ausbildung von Studierenden des Wald-Zentrums haben sich bisher folgende Arbeitsschwerpunkte herausgebildet:

  • Forst- und Naturschutzpolitik, multifunktionale Waldbewirtschaftung (insbesondere Erholungsnutzung im Wald), Waldnaturschutz und Nachhaltigkeitsevaluation von Forstwirtschaft (Kriterien und Indikatoren, Zertifizierung)
  • Struktur- und Marktanalysen der Forstwirtschaft und Holz verbrauchenden Industrie (Cluster-Studien, Cluster-Management)
  • Wald und Klimawandel (Kyoto-Prozess), Energiewaelder, Energieholznutzung
  • Waldoekosystemforschung (Stoffhaushalt von Waldoekosystemen, z. B. Kohlenstoff, Schwermetalle; Einfluss von Megaherbivoren auf die Waldentwicklung)
  • Rehabilitation degradierter Waldoekosysteme in verschiedenen Regionen der Welt: z. B. Suedamerika und Suedostasien
  • Entwicklung eines modularen, vierdimensionalen Informationssystems Wald

Das Wald-Zentrum hat mit acht Mitarbeitern seine Arbeit im Januar 2004 aufgenommen.

Bei Rueckfragen wenden Sie sich bitte an:

Wald-Zentrum
Westfaelsische Wilhelms-Universitaet Muenster
Presse- und Oeffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0251 83-30127