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Auf den Spuren des Klimawandels

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Im Rahmen der "Arctic Coring Expedition" (ACEX) machen sich im August 2004 drei Eisbrecher auf den Weg Richtung Nordpol, um Bohrungen am arktischen Meeresboden vorzunehmen. Durch Untersuchungen von Meeressedimenten will ein internationales Team von Wissenschaftlern die arktische Klima- und Umweltgeschichte der letzten 50 Millionen Jahre nachzeichnen: von der Zeit vor der Entstehung des arktischen Meereises bis hin zur heutigen Klimaepoche, die vom menschlich verursachten Treibhauseffekt gepraegt ist.

DFG unterstuetzt erste europaeische Bohrexpedition zum Nordpol

Im August 2004 wird ein neues, spannendes Kapitel in der Geschichte der Arktisforschung aufgeschlagen. Im Rahmen der "Arctic Coring Expedition" (ACEX) machen sich drei Eisbrecher auf den Weg Richtung Nordpol, um Bohrungen am arktischen Meeresboden vorzunehmen. Durch Untersuchungen von Meeressedimenten will ein internationales Team von Wissenschaftlern die arktische Klima- und Umweltgeschichte der letzten 50 Millionen Jahre nachzeichnen: von der Zeit vor der Entstehung des arktischen Meereises bis hin zur heutigen Klimaepoche, die vom menschlich verursachten Treibhauseffekt gepraegt ist. Bislang gibt es dafuer aus dieser Region kein Untersuchungsmaterial. Nach Abschluss der Expedition werden die gewonnenen Bohrkerne in das Sediment-Kernlager des DFG-Forschungszentrums "Ozeanraender" an der Universitaet Bremen gebracht, wo eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern im kommenden November detaillierte Untersuchungen durchfuehren wird. ACEX ist der erste europaeische Beitrag zu einem neuen internationalen Forschungsprogramm der Geowissenschaften, dem Integrated Ocean Drilling Program (IODP), das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den naechsten zehn Jahren mit rund 50 Millionen Euro unterstuetzen wird.



(c) B&N; Nordsjöfrakt, Schweden

Die Expedition zum Nordpol ist ein in wissenschaftlicher, technischer und logistischer Hinsicht spektakulaeres Projekt. Zum ersten Mal werden aus dem eisbedeckten arktischen Meer Sedimentbohrkerne geborgen - ein Umweltarchiv, das Auskunft ueber klimatische Veraenderungen vergangener Zeiten gibt. Die Bohrkerne geben Aufschluss ueber Wassertemperaturen, Salzgehalt und Meeresstroemungen und liefern zudem Informationen darueber, wie und wann sich das Meereis der Arktis gebildet hat. Diese Erkenntnisse sind von hoher Bedeutung fuer das Verstaendnis globaler Klimaveraenderungen. Die Bohrungen finden in unmittelbarer Polnaehe am Lomonosow-Ruecken statt. Dieser untermeerische Gebirgszug erstreckt sich von Nordgroenland quer durch das Polarmeer bis nach Sibirien. Die Gewinnung von Sedimenten im Arktischen Meer erfordert hohen logistischen Aufwand. Daher wird die Expedition mit drei Eisbrechern durchgefuehrt: der Vidar Viking als speziell ausgeruestetem Bohrschiff, der schwedischen Oden sowie dem russischen Atomeisbrecher Sowjetski Sojus. Die Bohrungen in etwa 1 000 Metern Wassertiefe werden von der Vidar Viking aus vorgenommen. Aufgabe der beiden anderen Eisbrecher ist es, das Bohrschiff waehrend der rund dreiwoechigen Arbeiten vor driftenden Eisschollen und meterdicken Packeisruecken zu schuetzen.

Im November 2003 wurde das europaeische Konsortium fuer marine Forschungsbohrungen ECORD gegruendet, um als gemeinsame europaeisch-kanadische Initiative dem IODP beizutreten und die Infrastruktur fuer spezielle Forschungsprojekte bereitzustellen. Die USA und Japan als weitere Traeger des IODP stellen je ein Bohrschiff zur Verfuegung. Projekte wie ACEX, fuer die diese Schiffe ungeeignet sind, werden von ECORD organisiert und finanziert. Die DFG hat die Vorbereitungen zu ECORD wesentlich vorangetrieben und leistet nun, neben Frankreich und Grossbritannien, den groessten finanziellen Beitrag.

Das Bremer DFG-Forschungszentrum "Ozeanraender" nimmt eine Schluesselposition in diesem Programm ein, da es eines von weltweit vier Sediment-Kernlagern unterhaelt. Diese Kernlager sind Treffpunkte fuer marine Geowissenschaftler aus vielen Nationen.

Weiter Informationen zur Expedition finden Sie hier.

Ansprechpartner fuer Fragen zur ACEX-Expedition beim DFG-Forschungszentrum "Ozeanraender" ist Albert Gerdes (Tel.: 0421/218-7761, E-mail).

Ansprechpartner fuer Fragen zum IODP-Programm bei der DFG ist Dr. Soeren Duerr, Tel.: 0228/885-2328,E-mail. Nr. 25
1. Juni 2004