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Kooperation mit Partnern im Iran - Bodenkundler foerdern Bodenschutz

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Die Universitaet Duisburg-Essen hat mit Partnern in der Islamischen Republik Iran Kooperationsvertraege abgeschlossen, um dem Land beim Aufbau eines Bodenschutzsystems zu helfen. Wie in den meisten anderen Laendern der Welt steht der Bodenschutz auch im Iran erst am Anfang seiner Entwicklung.

An der Zusammenarbeit beteiligen sich die Abteilung Angewandte Bodenkunde (Soil Technology) im Essener Fachbereich Landschaftsarchitektur, Bio- und Geowissenschaften, die Abteilung Wasser und Boden des Department of Environment des Iran und die Fakultaet Civil Engineering and Environmental Sciences der Amirkabir Universitaet. Die Wissenschaftler konzentrieren ihre Erhebungen zunaechst auf Teheran.


(c) GEOSPACE-MegaCityTaskForce Universität Köln

Zwoelf Millionen Menschen leben dort auf gerade 900 Quadratkilometern zusammen, und das stellt, wie der Leiter der Essener Abteilung Angewandte Bodenkunde, Professor Dr. Wolfgang Burghardt sagt, "an die natuerliche Ressource Boden besondere Anforderungen". Das wisse man aus entsprechenden Erfahrungen im Ruhrgebiet. Die Kooperation mit ihm und seinen Mitarbeitern werde deshalb im Iran mit grossem Interesse beobachtet, sagt Burghardt, der als Vorsitzender der Internationalen Working Group Soils of Urban, Industrial, Traffic and Mining Areas der Internationalen Union of Soil Science ein erhebliches wissenschaftliches Renommee besitzt.

Untersuchungsgegenstand sind in Teheran die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen fuer stoffliche und mechanische Bodenbelastungen auf Spielplaetzen sowie Park- und Verkehrsflaechen. Die hervorragend gepflegten und bewaesserten Gruenflaechen der Stadt unterliegen einer in Deutschland unbekannten hohen Nutzungsintensitaet. Die Sicherung der Bodenqualitaet ist daher eine wichtige Aufgabe der Forschung.

Bodenbelastungen entstehen auch im Hinblick auf schaedliche Staubbildung, Schadstoffimmissionen des sehr starken Innenstadtverkehrs, Abwasserversickerung - da der Bau von Stadtentwaesserungssystemen in Teheran erst am Anfang steht -, Deponiesickerwaesser und Oel aus Leitungsleckagen. Die Wirkung ist von der vielfaeltigen Bodenbeschaffenheit abhaengig. Die Essener Bodenkundler wollen sich damit besonders befassen.

Ein anderes Thema ist das Abwasser, das die Stadt als kleiner Fluss verlaesst. Es wird zur Bewaesserung genutzt und belastet folglich die Boeden. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, in welchem Umfang die Frischgemueseversorgung der Einwohner von Teheran dadurch beeintraechtigt wird. Und schliesslich sollen Moeglichkeiten gesucht werden, die Bodenqualitaet im Strassenraum zu verbessern. Denn Teheran ist trotz der Versiegelung eine gruene Stadt: Alle Strassenraender sind mit Baeumen und Hecken bepflanzt, die, wie Burghardt sagte, eine besonders hohe "Wohlfahrtswirkung haben".

Weitere Abbildungen und Informationen zu MegaCities finden sie hier.

Pressemitteilung Universität Duisburg-Essen 06.08.2004