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Zuflucht Ozean

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:25

Wie seit Urzeiten donnern Ebbe und Flut gegen die Küsten der Kontinente. Aber das Land ist leer. Die Luft ist zum Schneiden. Wer leben will, muss die Hitze vertragen. Die Sonne kocht die Erde. Über den Meeren brauen sich gigantische Stürme zusammen. Dicke, undurchdringliche Wolkentürme bauen sich auf. Das Meer ist nicht mehr blau. Der Schutt der verwitternden Kontinente hat es braungrau verfärbt. Durch den aschfahlen Schleier am Himmel sieht man die Sonne, die die Erde immer weiter aufheizt.

Das große Sterben ist in vollem Gang. Eine Art nach der anderen versucht krampfhaft, sich an den Wechsel anzupassen, mit der Hitze fertig zu werden, mit dem Mangel an Nahrung. Aber sie verlieren alle. Ganze Ökosysteme vergehen. Das Leben verschanzt sich noch in vereinzelte Nischen, die Rückzugsgefechte sind zäh, aber es ist vergeblich.

1,3 Milliarden Jahre nach dem Ende der Menschheit, scheint die Welt zu ihren Anfängen zurückgekehrt zu sein. In die nackten Kontinente waschen sintflutartige Regenfälle bizarre Rinnen. Diese Erde bietet nur noch Lebensraum für ein paar Flechten, Algen und wenige Matten aus Cyanobakterien. Weil sie niemand mehr frisst, bauen sie für kurze Zeit noch einmal ihre Knollen und Säulen auf, die Stromatolithen, wie damals, als die Erde jung war. Aber es ist nur ein letztes Aufbäumen, denn es mangelt am Kohlendioxid für die Photosynthese, den Trick, den sie einst erfunden hatten.