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Erfolgreiche Probennahme

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 19.06.2009 11:07

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover hat ihre diesjährige Erkundung des deutschen Lizenzgebiets im pazifischen Knollengürtel abgeschlossen. Nach sieben Wochen im Gebiet zwischen Hawaii und Mexiko sind die Wissenschaftler um Michael Wiedicke, Leiter des BGR-Referats Meeresgeologie, mit zahlreichen Proben zurückgekommen. Zum letzten Mal haben deutsche Experten den pazifischen Knollengürtel vor 30 Jahren genauer untersucht.

RV Kilo MoanaDeutschland hat als eine von neun Parteien eine Erkundungslizenz für ein 75.000 Quadratkilometer großes Stück Meeresboden im Pazifik erworben. Das Gebiet ist so groß wie die Benelux-Staaten und scheint tatsächlich interessante Vorkommen an wirtschaftlich bedeutsamen Metallen zu bergen. „Manganknollen sind eine Rohstoffquelle der Zukunft für Buntmetalle wie Kupfer oder Nickel“, so Wiedicke. In den Proben, die die BGR-Geologen aus 4000 bis 5000 Metern Wassertiefe an die Meeresoberfläche holten, fanden sie Kupfer, Nickel und Kobalt mit einem Anteil von drei Gewichtsprozent. Zum Vergleich: In Chile werden Kupferlagerstätten mit einem Edelmetallanteil von 1,5 Prozent hochprofitabel ausgebeutet. Allerdings sind diese auch leichter zu erschließen als ein abgelegenes Meeresbodenstück 4000 Meter unter der Wasseroberfläche und einige Tausend Kilometer von der nächsten Küste entfernt.

Lizenzgebiete im PazifikDie Geologen verschafften sich auf ihrer Erkundungstour zum ersten Mal seit 30 Jahren einen Überblick über die Verteilung der wertvollen Manganknollen auf dem Meeresgrund. Sie sammelten an 36 Stationen insgesamt 400 Kilogramm Probenmaterial. Darüber hinaus erstellten sie mit modernstem Echolot ein detailliertes dreidimensionales Geländemodell für die Hälfte des Lizenzgebietes. „Im überwiegenden Teil herrscht ein geringes Relief mit Höhenunterschieden von 100 bis 200 Metern vor“, so Wiedicke. Die relativ ebenen Flächen sind damit vergleichsweise gut für den Abbau der Manganknollen geeignet. Diese müssen beim gegenwärtigen Stand der Technik vom Meeresboden aufgelesen werden.

Einholen eines KastengreifersDie BGR sieht in der Erkundungslizenz für das Pazifikstück einen Beitrag zur Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung. „Deutschland ist in vielen Bereichen zu 100 Prozent von Metallrohstoffimporten abhängig. Und da ist es sinnvoll, sich dem Thema, wie ist die Versorgungssicherheit auch in den nächsten Jahrzehnten zu gewährleisten, zu widmen“, erklärt Michael Wiedicke. Im kommenden Jahr soll eine weitere Forschungsfahrt in das Gebiet stattfinden, dann sollen die zweite Hälfte des Meeresbodens erfasst und besonders interessante Areale näher in Augenschein genommen werden.

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