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Wissenschaftler entschlüsseln untermeerische Vulkanberge

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 19.06.2009 08:46

Am 16. Mai bricht das Forschungsschiff SONNE von Yokohama (Japan) aus zu einer dreiwöchigen Expedition in den Nordwestpazifik auf. Ziel der Forschungsfahrt ist der nördlichste Bereich der untermeerischen Vulkankette Emperor Seamount Chain.

An Bord befindet sich eine Gruppe von 25 deutschen und russischen Wissenschaftlern und Technikern des Forschungsprojekts „KALMAR“. Die wissenschaftliche Leitung hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) inne. „Unsere Aufgabe ist es, die erloschenen Vulkane genau zu vermessen, um weitere Aufschlüsse über die geologische Entwicklung der russischen Halbinsel Kamtschatka zu erhalten“, erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Christoph Gaedicke.

Im Verlauf der vergangenen 85 Millionen Jahre sind die Vulkane, die sich einstmals südöstlich im Bereich des Hawaii-Archipels gebildet haben, mit der pazifischen Platte nach Nordwesten in Richtung Kamtschatka gewandert und tauchen dort langsam unter dem eurasischen Kontinent ab. „Auf diese Weise üben die untermeerischen Vulkane einen entscheidenden Einfluss auf die Verformung der Halbinsel, die Erdbebentätigkeit und den Vulkanismus aus“, so Gaedicke.

Mit seismischem Gerät bestimmen die Forscher den Aufbau der Erdkruste. Sonden werden eingesetzt, um das Alter und die Dichte des Ozeanbodens und der untermeerischen Vulkane zu ermitteln. Mit bordeigenen Instrumenten wird die Morphologie des Meeresbodens genau kartiert.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Projekt wird unter der Koordination des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel durchgeführt. Vulkanologen des IFM-GEOMAR werden auf Grundlage der Messergebnisse gezielt Proben der untermeerischen Vulkane nehmen.


(Pressemitteilung vom Geozentrum Hannover, Bild: Wikimedia Commons, Mai 2009.)