14. Mai. 2018
An der Meeresoberfläche über dem Untersee-Vulkan Brothers.

An der Meeresoberfläche über dem Untersee-Vulkan Brothers.

Die ersten Tage auf See: Die JOIDES Resolution startet ihren Transit zum Inselbogen-Vulkan "Brothers". Dort angekommen, kann die Crew direkt Gebrauch von einigen der technischen Highlights des riesigen Bohrschiffs machen, wie "Thruster" und "Moonpool". Philipp Brandl und die Kolleginnen und Kollegen an Bord erwarten voll Spannung die ersten Bohrkerne.

Am Morgen der Ausfahrt laufen wir planmäßig aus dem Hafen von Auckland aus und starten unseren Transit zum Brothers Volcano. Die See ist ruhig und das Wetter warm und sonnig. So können wir das Auslaufen an Deck verfolgen. Der 24-stündige Transit verläuft problemlos und niemand wird seekrank. Am folgenden Morgen erreichen wir Brothers.

Die ganze Zeit im Hafen und auch während des Transits waren wir sehr schwer beschäftigt, um uns mit der Ausrüstung, den Laboren und den Prozeduren und Sicherheitsbestimmungen auf der JOIDES Resolution vertraut zu machen. Dieses Schiff ist wahrlich ein schwimmendes Labor und ist besser ausgestattet als so manche Universität an Land. Wir haben Mikroskope, hochauflösende Kern-Scanner, Bohrloch-Logger, jede Menge geoanalytischer Geräte wie zum Beispiel Röntgenfluoreszenz (zur Bestimmung der Gesteinszusammensetzung) und -Diffraktometrie (zur Bestimmung der Mineralphasen), Gaschromatographen, Plasma-Massenspektrometer (zur Bestimmung der Spurenelemente), ein Elektronenmikroskop, eine Analyseeinheit für Flüssigkeitseinschlüsse und vieles mehr. Auch haben wir damit begonnen, das Methodik-Kapitel unseres IODP-Berichtes zu verfassen, in dem wir beschreiben, wie wir hier auf See forschen.

Helideck und Bohrturm der JOIDES.

Helideck und Bohrturm der JOIDES.

Bild: Philipp Brandl
Die JOIDES Resolution im Hafen von Auckland.

Die JOIDES Resolution im Hafen von Auckland.

Bild: Philipp Brandl
Die JR in der Nacht

Blick auf die "JR" in der Nacht.

Bild: Philipp Brandl
Beim Auslaufen.

Die JR läuft aus dem Hafen von Auckland aus.

Bild: Philipp Brandl
Flaggen im Wind.

Flaggen im Wind.

Bild: Philipp Brandl
Offener Ozean bei gutem Wetter.

Offener Ozean bei gutem Wetter.

Bild: Philipp Brandl
Geöffneter „Moonpool“.

Geöffneter „Moonpool“.

Bild: Philipp Brandl
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Helideck und Bohrturm der JOIDES.

Bild: Philipp Brandl

Die JOIDES Resolution im Hafen von Auckland.

Bild: Philipp Brandl

Blick auf die "JR" in der Nacht.

Bild: Philipp Brandl

Die JR läuft aus dem Hafen von Auckland aus.

Bild: Philipp Brandl

Flaggen im Wind.

Bild: Philipp Brandl

Offener Ozean bei gutem Wetter.

Bild: Philipp Brandl

Geöffneter „Moonpool“.

Bild: Philipp Brandl

Die Ziele unserer Expedition 376 sind ziemlich ambitioniert. Bisher gab es nur sehr wenige Expeditionen, die überhaupt in hydrothermale Systeme am Meeresboden gebohrt haben, doch davon bohrte keine in einen aktiven Inselbogen-Vulkan. Die Menge an technischer Ausrüstung, die IODP mit auf See gebracht hat, ist enorm und daher gibt es eine realistische Chance, dass diese Expedition zu einem Durchbruch in Bezug auf das Bohren in dieser speziellen Umgebung führt. Wir haben genug Ausrüstung dabei, um mehrere Versuche zu unternehmen, jede der drei geplanten Bohrungen in bis zu 800 Meter Tiefe unter dem Meeresboden zu bohren. Ein neues Turbinen-getriebenes Bohrsystem, das unsere japanischen IODP-Kollegen entwickelt haben, wird zum ersten Mal auf See installiert und könnte uns deutlich mehr Kernmaterial liefern als mit dem konventionellen Rotary-Bohrverfahren.

Unsere erste Bohrstelle (U1527) wird an der nordwestlichen Wand der Caldera des Brothers Vulkans sein. Die Thruster der "JR", kurz für JOIDES Resolution, sind ausgefahren und werden uns durch ein dynamisches Positionierungssystem genau auf Position halten. Das bedeutet, wir bohren von einer schwimmenden Plattform aus und ohne feste Verbindung mit dem Meeresboden! Die Bohrmannschaft hat den Bohrstrang bereits bis zum Meeresboden zusammengesetzt und wir haben die Umgebung der Bohrstelle mit einer an den Strang gesetzten Tiefseekamera inspiziert. Dafür musste der "Moonpool" geöffnet werden. Das ist quasi ein Loch im Rumpf des Schiffes, durch das der Bohrstrang vom Bohrturm zum Meeresboden führt. Die Wassertiefe hier ist circa 1470 Meter und wir haben gerade mit dem Bohren begonnen. Das ist natürlich sehr aufregend für uns und wir erwarten noch in dieser Nacht den ersten Kern auf Deck.

Mit den besten Grüßen von Bord der "JR"

Philipp Brandl (IODP-Expedition 376 "Brothers Arc Flux")