24. Mai. 2018
Sonnenuntergang über der JR.

Sonnenuntergang über der JR.

Knapp zwei Wochen ist die Expedition IODP376 schon im Gange und mittlerweile zeigt sich der Untersee-Vulkan Brothers endlich gnädig mit den Forscherinnen und Forschern an Deck der JOIDES Resolution. Doch wie es mit Brüder nun einmal so ist: Allzu lange dürfen sich Philipp Brandl und die restliche Besatzung nicht sicher fühlen...

Die vergangenen Tage waren sehr erfolgreich. Wir haben erfolgreich mehr als 200 Meter tief in den nordwestlichen Rand der Brothers Caldera gebohrt und haben einige wundervolle Kerne gewonnen. Frische Lava für uns magmatische Petrologen und Vulkanologen, alterierte Gesteine für die Alterationsspezialisten und natürlich Sulphide für unsere Sulphide-Freunde. Aber dann plötzlich fraß sich der Bohrkopf im Bohrloch fest.

Die JR während der Blauen Stunde.

Die JR während der Blauen Stunde.

Bild: Philipp Brandl
Am Eingang zum Chemie-Labor.

Am Eingang zum Chemie-Labor.

Bild: Philipp Brandl
Schweißarbeiten: im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibend.

Schweißarbeiten: im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibend.

Bild: Philipp Brandl
Das letzte Licht des Tages.

Das letzte Licht des Tages.

Bild: Philipp Brandl
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Die JR während der Blauen Stunde.

Bild: Philipp Brandl

Am Eingang zum Chemie-Labor.

Bild: Philipp Brandl

Schweißarbeiten: im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibend.

Bild: Philipp Brandl

Das letzte Licht des Tages.

Bild: Philipp Brandl

Offenbar ist der obere Teil der Abfolge – unverfestigte Eruptionsprodukte – kollabiert und hat das Bohrloch unterhalb der Verrohrung verschütten. Jeoch gelang es unserem Bohrteam den Bohrkopf herauszuziehen – mitsamt des Re-Entry Trichters und der gesamten 100 Meter langen Verrohrung! Das ist noch nie zuvor auf einer IODP Expedition passiert, aber macht es auch unmöglich, an das Bohrloch zurückzukehren. Daher haben wir uns entschieden, zu unserer zweiten Bohrlokation umzuziehen – dem Gipfel des wachsenden Doms im südöstlichen Teil der Caldera.

Im Moment zerlegen wir die gebrauchte Verrohrung und bereiten den Rotationsbohrer für die Pilotbohrung vor. In der Zwischenzeit genießen wir den ein oder anderen spektakulären Sonnenuntergang. Dafür ist aber nur wenig Zeit in den Pausen zwischen Kernbeschreibung und -beprobung, dem Verfassen und Überarbeiten von Berichten und dem gesamten "Workflow". Jede Schicht dauert 12 Stunden, entweder von Mittag bis Mitternacht oder eben andersrum. Dazu kommt extra Zeit für die Übergabe an die nächste Schicht, um diese auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Da kommen pro Tag dann gerne 12 ½ Stunden zusammen, die man quasi im Dienst ist. Den Rest verbringt man mit Schlafen, Essen, viele von uns treiben Sport im gut ausgestatteten Fitnessraum der JR und zu guter Letzt will man ja auch noch ein bisschen Sonne tanken. Insgesamt aber sind wir sehr glücklich über unsere ersten Erkenntnisse und freuen uns darauf, ins Herz des Brothers Vulkans zu bohren. Hoffentlich ist er gnädig und verrät uns seine Geheimnisse... Stay tuned!

Grüße von Bord der JR

Philipp Brandl (IODP-Expedition 376 "Brothers Arc Flux")