28. Mai. 2018
"Core on Deck!"

"Core on Deck!"

Mit Crewmitglied Karen Strehlow folgen wir einmal einem Kern an Deck der JOIDES Resolution. Er muss einige Prozeduren über sich ergehen lassen, bevor er sich in seinem D-tube ausruhen darf, in dem er auf den Transport zum Kernlager in Japan wartet!

Zunächst wird der Kern in den Sägeraum gebracht. Mikrobiologen, die in Proben des Kerns nach Mikroben suchen, sind die ersten Wissenschaftler, die den Kern in die Finger bekommen. Wann immer alle Anwesenden Handschuhe und Mundschutz tragen und der Sägeraum aussieht wie ein OP, sind mit Sicherheit Mikrobiologen am Werk – denn sie fürchten Kontamination wie nichts Anderes. Es folgen mehrere Messungen von physikalischen Eigenschaften des Gesteins bevor der Kern in zwei Hälften gesägt wird: die Archivhälfte, die unberührt bleibt und für unsere Kernbeschreibungen dient, und die Arbeitshälfte, die für wissenschaftliche Probennahmen herhalten muss.

Um sicherzustellen, dass alle Besonderheiten, wie Bruchstellen und Mineraladern, in beiden Hälften erhalten bleiben, markiert ein Strukturgeologe zusammen mit einem Petrologen die Schnittlinie. Weitere Messungen folgen, die z.B. die magnetischen Eigenschaften des Gesteins bestimmen, bevor die Kernbeschreiber endlich ihren Kern zu sehen bekommen. Philipp und ich sind beide Teil dieser großen Gruppe, die sich die Steine wohl länger und genauer anschaut, als jeder andere Wissenschaftler an Bord. Wir unterteilen den Kern in unterschiedliche Einheiten und beschreiben seine Texturen, Minerale, Korngrößen, Farben und alles andere, das wir entdecken können.

Ein Kern in Obhut der Kuratoren von IODP.

Ein Kern in Obhut der Kuratoren von IODP.

Bild: Philipp Brandl
Kollegen aus China und Großbritannien bei der Kernbeschreibung.

Kollegen aus China und Großbritannien bei der Kernbeschreibung.

Bild: Philipp Brandl
Der Bohrkopf am Meeresgrund.

Der Bohrkopf am Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl
Appetitlich servierter Kern.

Appetitlich servierter Kern.

Bild: Philipp Brandl
Schlechtes Wetter im Anmarsch.

Schlechtes Wetter im Anmarsch.

Bild: Philipp Brandl
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Ein Kern in Obhut der Kuratoren von IODP.

Bild: Philipp Brandl

Kollegen aus China und Großbritannien bei der Kernbeschreibung.

Bild: Philipp Brandl

Der Bohrkopf am Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl

Appetitlich servierter Kern.

Bild: Philipp Brandl

Schlechtes Wetter im Anmarsch.

Bild: Philipp Brandl

Man könnte meinen, dass wir den Kern nun in Ruhe lassen – aber nein! An Bord finden regelmäßige "Beprobungs-Partys" statt, in denen die Arbeitshälfte für verschiedene Messungen beprobt wird, die an Bord durchgeführt werden können. Geochemische Analysen zum Beispiel entschlüsseln die Zusammensetzung des Gesteins. Außerdem bekommen die Kernbeschreiber noch mehr zu beschreiben: Sogenannte Dünnschliffe werden durch das Schleifen und Polieren des Gesteins auf unter 0.03 Millimeter hergestellt. Anhand derer können wir das Gestein unter dem Mikroskop mit Durchlicht untersuchen und so weitere Details finden, die weiter dabei helfen, den Brothers Vulkan und seine Gesteine zu verstehen.

Die letzte Woche haben wir einen Großteil unserer Zeit mit der Untersuchung von Dünnschliffen unserer ersten Bohrlokation verbracht. Zusammen mit unseren makroskopischen Untersuchungen konnten wir daraus erste Ideen entwickeln, wie die angebohrten Formationen entstanden sind – gleichzeitig haben wir aber natürlich jede Menge offener Fragen! Aber genau diese sind es schließlich, weswegen wir überhaupt hergekommen sind und wir werden sie in den nächsten Wochen und mithilfe der Forschung, die wir zuhause nach der Expedition durchführen, versuchen zu beantworten.

Unterdessen haben wir auch die ersten Kerne unserer zweiten Bohrlokation an Deck holen können... Erfolge und Probleme an unserer zweiten Bohrlokation, warum wir jetzt bereits an unserer dritten Bohrlokation sind, und was "wowing" bedeutet – das erzählen wir beim nächsten Mal!

Karen Strehlow (IODP-Expedition 376 "Brothers Arc Flux")