03. Jul. 2018
Was am Ende des Regenbogens wartet, weiß niemand. Am Ende der Expedition wartet Erholung auf die Crew – und die Joides.

Was am Ende des Regenbogens wartet, weiß niemand. Am Ende der Expedition wartet Erholung auf die Crew – und die Joides.

Nach zwei Monaten auf See freuen sich die Crewmitglieder der IODP-Expedition 376 auf Zuhause, auf Familie und Freunde – und auf Erholung von der harten Arbeit. Denn der Forschungsalltag an Bord der JOIDES Resolution ist kräftezehrend. Und auch good old JR hat sich nach dieser Ausfahrt eine Generalüberholung verdient.

Wir sind noch nicht ganz am Ende angekommen. Aber zumindest ist das Ende der Expedition (End-of-Expedition oder EoX im IODP-Jargon) in Sicht. Wir befinden uns mittlerweile in der achten Woche unserer Expedition und daher freuen wir uns alle darauf zurück an Land zu sein und noch mehr natürlich nach Hause zu unseren Familien und Freunden zurückzukehren. Nicht, dass wir hier an Bord nicht neue Freundschaften geschlossen hätten, aber acht Wochen auf engstem Raum und ohne Pause oder Abwechslung sind doch sehr intensiv. So langsam neigen sich auch unsere Vorräte einem Ende zu: Frisches Obst ist bis auf Melone und grüne Äpfel bereits seit zwei Wochen aus und auch die Auswahl an Gemüse ist auf Tiefkühlkost beschränkt.

Schwere See. Eine weitere Herausforderung für die Crew.

Schwere See. Eine weitere Herausforderung für die Crew.

Bild: Philipp Brandl
Doch die Belohnung kommt: mit klarem Wetter und malerischem Sonnenuntergang.

Doch die Belohnung kommt: mit klarem Wetter und malerischem Sonnenuntergang.

Bild: Philipp Brandl
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Schwere See. Eine weitere Herausforderung für die Crew.

Bild: Philipp Brandl

Doch die Belohnung kommt: mit klarem Wetter und malerischem Sonnenuntergang.

Bild: Philipp Brandl

Aber hey, wir bohren immer noch! Im Moment testen wir ein weiteres Mal das neue japanische Turbinen-Bohrsystem und pieksen die Spitze von Brothers. Doch bereits jetzt war es eine sehr erfolgreiche Expedition und wir freuen uns darauf unsere Forschungen an Land fortzusetzen. Auch ein paar Tage mit wirklich schlechtem Wetter liegen hinter uns. Windböen mit bis zu 50 Knoten, was einer schweren Sturmböe oder Stärke 10 der Beaufort-Skala entspricht und mit Wellen bis über 6 Meter Höhe. Immerhin scheint es, als hätten wir für den Rest der Expedition Glück mit dem Wetter.

Fast acht Wochen mindestens 12 Stunden auf Schicht jeden Tag (richtig, an Bord gibt es weder Wochenende noch Feiertage) liegen nun hinter uns. Zu den offiziellen 12-Stunden-Schichten kommt aber gerne noch eine halbe oder auch ganze Stunde jeden Tag hinzu, denn auch die Übergabe mit der gegenläufigen Schicht will geregelt und Wissenschaft diskutiert werden. Da bleibt also nicht viel Zeit für Schlaf, Essen, Sport oder Freizeit. Ich muss also zugeben, dass es langsam an die Substanz geht und einen an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Nächsten Mittwoch aber starten wir dann endlich unseren Transit zurück nach Auckland und die meisten von uns fliegen tags darauf nach Hause. Nur wenige nutzen die Gelegenheit, um ein paar Tage in Neuseeland zu entspannen. Auch die JOIDES Resolution wird Auckland wenige Tage später verlassen, um in einem Trockendock eine Generalüberholung zu bekommen. Nach jetzt genau 40 Jahren auf den Weltmeeren (letzten Freitag feierten wir ihren 40sten) hat sich die JR etwas frische Farbe durchaus verdient.

Grüße von Bord der Joides sendet

Philipp Brandl (IODP-Expedition 376 "Brothers Arc Flux")