22. Feb. 2018

Nasser Einsatz an der Kante.

In den letzten Beiträgen hat das Forschungsteam der Maria S. Merian bereits über die eingesetzten Geräte berichtet und wie aufwändig ihre Bergung unter Umständen sein kann. Diesmal gewährt Fahrtleiterin Heidrun Kopp Einblicke in die täglichen Arbeitsabläufe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bord – und der Besatzung an der Kante.

Marine geophysikalische Messungen erfordern üblicherweise eine große Anzahl helfender Hände (und natürlich Köpfe), sodass sich unsere Truppe auf der Fahrt MSM71 aus ganz unterschiedlichen Personen zusammensetzt: Da sind zum einen eine große Anzahl hoch motivierter Studentinnen und Studenten (der "Löwen-Club"), von denen viele zum ersten Mal an Bord eines Forschungsschiffes sind.

Und zum anderen erfahrene Meereswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Promovierende und natürlich die wissenschaftliche Fahrtleitung, die im Vorfeld eine wissenschaftliche Hypothese entwickelt haben, welche nun mit Hilfe von Daten verifiziert werden soll.

Hier hört man schon raus, dass es dabei in erster Linie um konzeptionelle Ideen geht – um Modelle und Theorien, die häufig zunächst am Schreibtisch oder auf wissenschaftlichen Tagungen entwickelt werden. Dies Alles dann in eine wissenschaftliche Expedition zu übertragen, braucht sehr tatkräftige Unterstützung von Technikern und Ingenieuren sowie einer fleißigen Decksmannschaft an Bord. Ohne sie würde hier nicht viel laufen, denn das sind die Personen, die ganz vorne "an der Kante" stehen.

Bei den meisten Aktionen bietet Ihnen das Schanzkleid, die erhöhte Bordwand, Schutz vor starkem Wellengang. Es gibt aber auch Geräteeinsätze, bei denen unser Airgunner Klaus-Peter S. und der Bootsmann Norbert B. direkt an der offenen Deckskante stehen müssen – dann natürlich gesichert durch eine Fangleine.

Beim Ausbringen unserer Luftpulser ist dabei ein perfektes Zusammenspiel zwischen den Technikern, dem Bootsmann und den Matrosen gefragt, unterstützt durch kräftige Arme des "Löwen-Trupps". Gleichzeitig müssen die Nautiker das Schiff ruhig halten, damit hinten auf dem Arbeitsdeck alles glatt läuft – auch nachts um 2 Uhr, bei Wind und Wetter, denn auf Forschungsschiffen wird rund um die Uhr gearbeitet.

Genau dieses Arbeiten Hand-in-Hand ist es, was alle hier hoch motiviert hält und uns immer wieder auf See zieht.

Heidrun Kopp
Fahrtleitung MSM-71, auf See