24. Feb. 2018

Die Datenzylinder stapeln sich im Seismiklabor.

Für das Expeditionsteam der Ausfahrt MSM71 um Fahrtleiterin Heidrun Kopp beginnen die letzten Tage im AlpArray-Arbeitsgebiet in der Ligurischen See – jetzt geht’s ums Ganze! Gleichzeitig beginnt an Bord die "Erntezeit": Endlich erhalten sie die ersehnten Daten vom Meeresboden zurück. Auf diesen Moment haben alle seit Wochen – teilweise seit Jahren – gewartet. Besonders gespannt sind natürlich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich in den kommenden Jahren intensiv mit den Daten beschäftigen werden, unter anderem im Rahmen von Doktorarbeiten.

Heute steigt unser Adrenalin im 45-Minuten-Takt, denn ungefähr in diesem Abstand bergen wir bei Windstärken um 8 Bft (was stürmischen Wind und mäßig hohe See bedeutet) unsere Ozeanbodenseismometer mit den Daten. Und dann dauert es noch einige Minuten, bis wir die Daten endlich auf dem Computerbildschirm haben.

Erdbebenwellen des Mexiko-Erdbebens vom 09. September 2017 (Magnitude 8.2). Diese Wellen durchschallen die Erde, ähnlich wie bei einer medizinischen Computertomographie. Anhand dieser Daten können wir den Aufbau des Erdinneren rekonstruieren.

Erdbebenwellen des Mexiko-Erdbebens vom 9.9.17 (Magnitude 8.2): Diese Wellen durchschallen die Erde, ähnlich wie bei einer medizinischen Computertomographie. Anhand dieser Daten lässt sich der Aufbau des Erdinneren rekonstruieren.

Bild: H. Kopp/GEOMAR
Der Pfeil markiert die Position einer Landstation auf Korsika. Im Vordergrund sind die Schwimmbälle der Luftpulser zu sehen, durch die akustische Signale erzeugt werden.

Der Pfeil markiert die Position einer Landstation auf Korsika. Im Vordergrund sind die Schwimmbälle der Luftpulser zu sehen, durch die akustische Signale erzeugt werden.

Bild: A. Paul/ISTerre
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Erdbebenwellen des Mexiko-Erdbebens vom 9.9.17 (Magnitude 8.2): Diese Wellen durchschallen die Erde, ähnlich wie bei einer medizinischen Computertomographie. Anhand dieser Daten lässt sich der Aufbau des Erdinneren rekonstruieren.

Bild: H. Kopp/GEOMAR

Der Pfeil markiert die Position einer Landstation auf Korsika. Im Vordergrund sind die Schwimmbälle der Luftpulser zu sehen, durch die akustische Signale erzeugt werden.

Bild: A. Paul/ISTerre

Wir haben unsere Geräte kreuz & quer in der Ligurischen See ausgelegt und mit Unterstützung unserer italienischen Kollegen auch Seismometer auf der Insel Korsika aufgestellt, die unsere akustischen Signale registrieren.

Die nächsten 36 Stunden wird es (hoffentlich) im 45-Minuten-Takt so weitergehen, damit unser Arbeitsdeck und unsere Labore am Ende wieder voll mit Geräten stehen, die auf die Verladung in Heraklion warten.

Heidrun Kopp
Fahrtleitung MSM-71, auf See