08. Feb. 2018

Von einem französischen Forschungsschiff wurden im Juni 2017 30 Ozeanbodenseismometer im Ligurischen Meer ausgesetzt, die während der aktuellen Fahrt geborgen werden, um die aufgezeichneten Daten auszuwerten.

Im Februar 2018 bricht das Forschungsschiff Maria S. Merian zu einer neuen Expedition ins Ligurische Meer auf. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die Fahrtleiterin und Geophysikerin Prof. Dr. Heidrun Kopp vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) wird hier die lokale Seismizität und die besondere Geologie untersuchen.

In dem von der Insel Korsika im Süden und der italienischen Rivieraküste im Norden eingefassten Teil des Mittelmeeres ist seit Juni 2017 ein Netzwerk aus 30 Breitband-Ozeanbodenseismometern (OBS) stationiert, das die dortige Seismizität aufzeichnet. Die konvergierenden Platten von Afrika und Eurasien, sowie die jüngste Entwicklung der westlichen Mittelmeer-Alpen-Region hat hier eine Vielzahl an Höhenzügen und Becken entstehen lassen, so auch das Ligurische Meer. Dieses komplexe geodynamische Setting macht das Ligurische Becken zu einer Schlüsselregion, die trotz des moderaten seismischen Levels heute in der Vergangenheit auch von stärkeren – zum Teil tödlichen – Erdbeben mit Magnituden von bis zu 7,5 heimgesucht wurde.

Ziel der Ausfahrt MSM71 LOBSTER ist unter anderem die Bergung von 30 deutsch/französischen Ozeanbodenseismometern.

Ziel der Ausfahrt MSM71 LOBSTER ist unter anderem die Bergung von 30 deutsch/französischen Ozeanbodenseismometern.

Bild: Kopp/GEOMAR
Ergänzt werden die marinen Messstationen von mehreren hundert Seismometern an Land.

Ergänzt werden die marinen Messstationen von mehreren hundert Seismometern an Land.

Bild: AlpArray working group
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Ziel der Ausfahrt MSM71 LOBSTER ist unter anderem die Bergung von 30 deutsch/französischen Ozeanbodenseismometern.

Bild: Kopp/GEOMAR

Ergänzt werden die marinen Messstationen von mehreren hundert Seismometern an Land.

Bild: AlpArray working group

Im Rahmen des Projektes LOBSTER (Ligurian Ocean Bottom Seismology and Tectonics Research) fährt das FS Maria S. Merian am 7. Februar aus dem Hafen von Las Palmes auf Gran Canaria aus, um die 30 Breitband-Ozeanbodenseismometer zu bergen und die strukturelle Geometrie des Ligurischen Beckens, einschließlich des Übergangs von ozeanischer zu kontinentaler Lithosphäre, zu analysieren. Ein weiteres Ziel ist die Struktur, Natur und Dicke der dortigen Erdkruste im Hinblick auf bestehende Entwicklungstheorien des Ligurischen Beckens zu bewerten.

Die Ausfahrt, die Ende Februar im Hafen von Heraklion auf Kreta endet, ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Schwerpunktprogramms MB-4D (Mountain Building Processes in Four Dimensions), das wiederum Teil der internationalen AlpArray-Initiative ist. Ziel dieses Projektes ist die Struktur der Alpen von ihrer Oberfläche bis einige hundert Kilometer tief in den Erdmantel abzubilden. Das GEOMAR soll zusammen mit dem Institut de Physique du Globe aus Paris den küstennahen Bestandteil abdecken.

Über die Arbeit und den Alltag auf Hoher See berichtet Fahrtleiterin Heidrun Kopp im Logbuch auf planeterde. Eine Kooperation mit dem GEOMAR.