24. Mai. 2016

Sonnenuntergang über der Labradorsee.

Doktorandin Sijia Zou von der US-amerikanischen Duke University gewährt uns einen Einblick in das Arbeitspensum der Expedition MSM54. Auf der To-Do-Liste ganz oben steht ein Besuch bei den Messgeräten in der Labradorsee, die bereits vor Jahrzehnten ausgesetzt wurden. Was werden Ihnen die gesammelten Daten über die globalen Wasserbewegungen verraten?

Ein weiterer vielversprechender Abschnitt von Messungen der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) beginnt mit der Fahrt MSM54 der Maria S. Merian, die am 12. Mai in St. John’s, Kanada, abgelegt hat und am 7. Juni den Hafen von Reykjavik, Island, erreichen wird.

Im Laufe dieser Fahrt werden wir sieben Verankerungen entlang nahe 53°N am Ausgang des westlichen Randstroms aus der Labradorsee (s. weiße Rechtecke auf der Karte) bergen, die Daten auslesen, auswerten und die Geräte erneut installieren. Diese sammeln Daten über die Stärke und zeitliche Variabilität des Randstroms. Zudem erfassen weitere Verankerungen in der zentralen Labradorsee sowie in der Irmingersee die Stärke der Tiefenkonvektion im Nordatlantik, welche ausschlaggebend für den gesamten Wassermassentransport im Ozean ist und daher ein genaueres Verständnis der Chakteristika der Tiefenwasserbildung, insbesondere der Variabilität sowie der Kopplung mit unserem Klima, ein wichtiges Ziel darstellt.

Der Hafen von St. Johns, Kanada vor der Abfahrt.

Der Hafen von St. Johns, Kanada vor der Abfahrt.

Bild: J. Karstensen
Orte der Verankerungen (weiß) und CTD-Messungen (gelb).

Orte der Verankerungen (weiß) und CTD-Messungen (gelb).

Bild: GEOMAR
Doktorandin Sijia Zou und Team.

Doktorandin Sijia Zou und Team.

Bild: M. Oltmanns
Großartiges Essen an Bord.

Großartiges Essen an Bord.

Bild: Marilena Oltmanns
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Der Hafen von St. Johns, Kanada vor der Abfahrt.

Bild: J. Karstensen

Orte der Verankerungen (weiß) und CTD-Messungen (gelb).

Bild: GEOMAR

Doktorandin Sijia Zou und Team.

Bild: M. Oltmanns

Großartiges Essen an Bord.

Bild: Marilena Oltmanns

Des Weiteren werden während der Expedition rund 90 CTD-Messungen durchgeführt (s. gelbe Symbole auf der Karte). Dabei werden über die Leitfähigkeit (engl. conductivity) der Salzgehalt bestimmt, die Temperatur und die Dichte (temperature and density), sowie weitere Parameter wie Sauerstoff und Strömungsgeschwindigkeit über das gesamte Tiefenprofil gemessen. Daraus können wir dann unter anderem den Wassertransport berechnen. Wir hoffen darauf, eine sehr tiefe kalte Deckschicht in den Daten wiederzufinden, wie sie zuletzt 1994 bei sehr tiefreichender Konvektion beobachtet wurde.

Nach nun fünf Tagen auf See, während welcher das Wetter zu Beginn recht ungemütlich war, haben wir jetzt ruhige See und Nebel. Wir hoffen auf weiterhin gutes Wetter, sodass alle geplanten Stationen abgearbeitet werden können. Ansonsten lässt sich zum Bordleben sagen, dass die Stimmung bisher, vor allem über die Pfingsttage, gut war und das Essen köstlich.

Ihre Sijia Zou, Wissenschaftscrew MSM54