06. Jun. 2016

Arbeitsroutine: Dasha und Kat analysieren Proben gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Winkler-Sauerstoff-Systemen.

Das ist nichts Neues: Schlechte Daten sind schlimmer als gar keine Daten! Jeder, der schon einmal mit verdächtig seltsamen oder unsinnigen Werten arbeiten musste, die ihm Instrumente geliefert haben, wird dieser Aussage zustimmen. Umso glücklicher ist Dasha Atamanchuk, Autorin dieses Merianlogs, über ihre Ergebnisse.

Das Team der kanadischen Dalhousie University an Bord der Merian wird von einer starken Motivation getrieben, die die Wissenschaftler rund um die Uhr Wasserproben nehmen und auswerten lässt. Ihr Ziel ist es, qualitativ hochwertige Daten für die Sauerstoffsensoren an der CTD-Rosette, dem von den Kanadiern installierten SeaCycler (vgl. Merianlog #6) sowie anderen Verankerungen zu erhalten.

Allein der SeaCycler ist mit 13 verschiedenen Sensoren ausgestattet, die mit In-Situ-Messwerten kalibriert werden müssen. Einige Wasserproben können bereits direkt im Chemielabor an Bord prozessiert werden. Die übrigen werden gekühlt und zur Analyse nach Dalhousie in Halifax, Kanada, geschickt.

Was wird nun im Labor gemacht? Das GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und die Dalhousie University haben zwei sogenannete Titrationssysteme zur Verfügung gestellt, mit denen die Wasserproben an Bord analysiert werden können. Die Theorie hinter dieser Methode wurde 1888 vom ungarischen Chemiker Lajos Winkler beschrieben. Mit einigen Anpassungen wird sie noch heute, über 100 Jahre später, standardmäßig für die Bestimmung des im Wasser gelösten Sauerstoffes angewendet.

Eine Filterstation für Chlorophyll, CDOM und Nährstoffe wird für die nächste Ladung Wasserproben vorbereitet.

Eine Filterstation für Chlorophyll, CDOM und Nährstoffe wird für die nächste Ladung Wasserproben vorbereitet.

Bild: Dasha Atamanchuk
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Eine Filterstation für Chlorophyll, CDOM und Nährstoffe wird für die nächste Ladung Wasserproben vorbereitet.

Bild: Dasha Atamanchuk

Im Bordlabor haben wir nun also zwei Titrationssysteme, die sich unterschiedliche Methoden zu Nutze machen: Voltammetrie und Colorimetrie. Diese Systeme messen sowohl das Probenvolumen als auch die Konzentration der Reagenzien, also des Stoffes, der den Proben zur Identifikation anderer Stoffe zugesetzt wird. Trotz der unterschiedlichen Methoden stimmen die gemessenen Sauerstoffwerte nahezu perfekt überein. Für beide Teams, GEOMAR und Dalhousie, sind die bisherigen Ergebnisse vielversprechend.

Außerdem werden Proben von Chlorophyll und CDOM (Coloured Dissolved Organic Matter - Eingefärbtes gelöstes organisches Material), die wir in der Labradorsee gewonnen haben, zum Teil bereits an Bord prozessiert und für spätere Analysen aufbewahrt. Ebenso wird mit Nährstoff- und Carbonatproben verfahren.

An die Arbeit der Chemiker schließt sich die Aufgabe an, mithilfe der installierten Geräte aufzudecken, welche Informationen sich im blauen, kalten Wasser der Labradorsee verbergen. Wir sind gespannt auf die weiteren Ergebnisse.

Ihre Dasha Atamanchuk, Wissenschaftscrew MSM54