07. Mai. 2018

Grünes Wasser: Südlich der Mündungen der großen Flüsse Amazonas und Pará schließen sich ausgedehnte Mangrovengürtel an der Küste an, am Horizont als schmaler Streifen sichtbar. Ihre nährstoffreichen Grundwasseraustritte fördern reiche Algenpopulationen, die das Wasser deutlich grünlich färben.

Braun, blau, grün – Der Amazonas zeigt sich den Expeditionsteilnehmerinnen und -teilnehmern nicht nur als der wasserreichste, sondern auch der farbenreichste Fluss der Erde. Genauso bunt wie die Töne des Flusses stellt sich auch die Arbeit an Bord des FS Meteor dar: Andrea Koschinsky und die Kolleginnen und Kollegen haben gut zu tun.

Mittlerweile haben wir seit Auslaufen in Belém einige Arbeitstage erfolgreich hinter uns gebracht und diverse Herausforderungen gemeistert. Zwei komplette Profile entlang der Mischungslinien vom reinen trüben braunen Flusswasser (Pará und Amazonas) bis hinaus in den offenen blauen Ozean, wo jenseits der Schelfkante die Wassertiefe in kurzer Distanz von 100 Meter auf über 2000 Meter Tiefe abfällt, haben wir bereits abgearbeitet.

Blaues Wasser: Jenseits der Schelfkante, über 100 km von der Küste entfernt, verliert sich der sichtbare Einfluss des Amazonas und das Meerwasser zeigt die typische blaue Farbe des offenen Ozeans.

Blaues Wasser: Jenseits der Schelfkante, über 100 km von der Küste entfernt, verliert sich der sichtbare Einfluss des Amazonas und das Meerwasser zeigt die typische blaue Farbe des offenen Ozeans.

Bild: Andrea Koschinsky
Braunes Wasser: Im gesamten Mündungsbereich des Amazonas ist das Wasser aufgrund der sehr hohen Partikelfracht, die der Fluss einschwemmt, trüb und intensiv braun gefärbt.

Braunes Wasser: Im gesamten Mündungsbereich des Amazonas ist das Wasser aufgrund der sehr hohen Partikelfracht, die der Fluss einschwemmt, trüb und intensiv braun gefärbt.

Bild: Andrea Koschinsky
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Blaues Wasser: Jenseits der Schelfkante, über 100 km von der Küste entfernt, verliert sich der sichtbare Einfluss des Amazonas und das Meerwasser zeigt die typische blaue Farbe des offenen Ozeans.

Bild: Andrea Koschinsky

Braunes Wasser: Im gesamten Mündungsbereich des Amazonas ist das Wasser aufgrund der sehr hohen Partikelfracht, die der Fluss einschwemmt, trüb und intensiv braun gefärbt.

Bild: Andrea Koschinsky

Die letzten Wasser- und Sediment-Proben dieser Profile werden zur Zeit aufgearbeitet. Einige Daten, z.B. die Gehalte von Nährstoffen wie Nitrat, Phosphat und Silikat werden bereits an Bord erzeugt, während viele andere Daten wie die Konzentrationen spezieller Spurenmetalle oder die Strukturen der organischen Substanzen mit aufwändigen Methoden später in den Heimatlaboren erzeugt werden. Hierfür müssen die Proben entsprechend aufbereitet und konserviert werden, z.B. durch Filtration, Ansäuern, Anreichern oder Einfrieren.

Schon sind wir in unserer nächsten Zielregion vor der Küste südöstlich der Mündung des Rio Pará angekommen. Hier finden sich ausgedehnte Mangrovengürtel, die zu den größten der Welt gehören und in denen enorme Mengen an gelösten organischen Substanzen gebildet werden. Diese werden durch die Gezeitenströmungen und Austritte von Grundwasser in den Ozean hineingespült. Um deren Bedeutung für den Kohlenstoffhaushalt des Ozeans besser zu verstehen, untersuchen wir einen circa 150 Seemeilen langen Streifen vor der Küste, bevor der nach Norden gerichtete Küstenstrom die Wassermassen mit den Flussfahnen des Pará und des Amazonas vermischt. Die hohe biologische Produktivität, die durch die Prozesse in den Mangrovengebieten im küstennahen Meerwasser erzeugt wird, ist eindrucksvoll an der grünlichen Färbung des Wassers durch Algen erkennbar.

Mit bunten Grüßen von Bord der Meteor

Andrea Koschinsky (Fahrtleiterin der Expedition M147)