19. Apr. 2018
Satellitenbild der Amazonasmündung.

Satellitenbild der Amazonasmündung.

Im April 2018 bricht das Forschungsschiff Meteor unter Leitung von Prof. Dr. Andrea Koschinsky von der Jacobs University Bremen zu einer Expedition in das Amazonas-Mündungsgebiet und die assoziierte Zone des Frischwassereintrags in den Atlantik auf. Ziel der Reise ist die Untersuchung des Eintrags von gelösten Metallen und organischen Substanzen vom Amazonas in den Atlantik.

Die Reise startet am 19. April in Las Palmas unter Leitung von Prof. Martin Frank vom GEOMAR mit einem Transit über den Atlantik, der für den Aufbau und Test der Geräte genutzt wird. Die eigentlichen Forschungsarbeiten beginnen dann am 29. April nach einem Zwischenstopp der Meteor im Hafen von Belém (Brasilien), wo weitere Wissenschaftler aus Deutschland und Brasilien an Bord gehen werden.

Der Fokus dieser Expedition liegt auf der Biogeochemie von Spurenmetallen und gelöstem organischem Material und den Prozessen zwischen diesen Stoffen, wenn sich das Süßwasser und das Meerwasser auf einer Entfernung von mehreren 100 Kilometern in der Ausstromfahne des Amazonas vermischen. Diese Vermischung der Wassermassen wird mithilfe von radiogenen Isotopen verfolgt werden. Hauptziel ist es, herauszufinden, welchen Beitrag der Amazonas als der wasserreichste Fluss der Erde auf die chemische Zusammensetzung des Meerwassers im Atlantik und auf die biogeochemischen Prozesse im Ausstromgebiet hat. Hierzu wird die Wassersäule systematisch von der Oberfläche bis zum Meeresboden entlang der Salinitätsgradienten in der Mischungszone beprobt werden. Hierbei kommt hauptsächlich ein spurenmetallreines Wasserschöpfersystem zum Einsatz, das es ermöglicht, auch sehr niedrige Spurenmetallgehalte ohne Kontamination durch die Beprobung zu erfassen.

Das Logo der Expedition M147.

Das Logo der Expedition M147.

Bild: Autun Purser
Das Arbeitsgebiet der Fahrt M147 im Bereich des Amazonas-Ausstroms und seiner im Atlantik nach Norden verdriftenden Mischungswolke.

Das Arbeitsgebiet der Fahrt M147 im Bereich des Amazonas-Ausstroms und seiner im Atlantik nach Norden verdriftenden Mischungswolke.

Bild: Sandra Pöhle/Ocean Data View
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Das Logo der Expedition M147.

Bild: Autun Purser

Das Arbeitsgebiet der Fahrt M147 im Bereich des Amazonas-Ausstroms und seiner im Atlantik nach Norden verdriftenden Mischungswolke.

Bild: Sandra Pöhle/Ocean Data View

Es ist bekannt, dass ein Großteil der Fracht, den der Fluss insbesondere in der Hochwasserphase zur Mitte des Jahres in den Atlantik schüttet, beim Vermischen der Wassermassen ausflockt und zum Meeresboden sinkt. Hieraus bildet sich der große Amazonas-Sedimentfächer. Auf Basis neuerer Erkenntnisse gehen die Wissenschaftler jedoch davon aus, dass Wechselwirkungen zwischen gelösten Metallen und gelöstem organischen Material, das ebenfalls in großen Mengen in tropischen Flüssen vorhanden ist, zur Stabilisierung der Stoffe im Wasser führen können. Dieser Prozess würde in Konkurrenz zum Absetzen in Form von Partikeln zu einem erhöhten Eintrag von gelösten Substanzen in den Atlantik führen. Um dieser Frage nachzugehen, werden die Wissenschaftler auch Kerne des Oberflächensediments entlang der Mischungsgradienten nehmen. Diese Frage der Stoffaustauschprozesse zwischen Land und Meer und der Rolle der Flussmündungen bei diesen Prozessen erlangt auch gerade in Bezug auf den Klimawandel und veränderte Landnutzung zum Beispiel in der Amazonas-Region eine immer größere Bedeutung, da hierdurch diese natürlichen Prozesse maßgeblich beeinflusst werden können.

Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University Bremen, der Universität Oldenburg und des GEOMAR in Kiel und wird unterstützt durch brasiliansche Wissenschatler aus verschiedenen Institutionen. Es ist weiterhin ein Bestandteil des internationalen Programms GEOTRACES zur Erforschung der Verteilung und Prozesse von Spurenmetallen und ihren Isotopen in den Weltozeanen.

Auf planeterde berichten die ExpeditionsteilnehmerInnen direkt von Bord der Meteor. Eine Kooperation mit der Jacobs University Bremen.