26. Okt. 2018
Der Unterwasserroboter MARUM-SQUID birgt lebende Octokoralle. Foto:  MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Der Unterwasserroboter MARUM-SQUID birgt eine lebende Octokoralle.

Wenn die Forscherinnen und Forscher der Expedition M151 ihre Proben an Deck holen, kommt es Molekularbiologin Babett fast vor, als würden sie die Party der vielfältigen Meeresbodenbewohner vom unteren auf den Main Floor verlegen. Hier oben, in Babetts portablem Labor geht die Party erst richtig los!

Der Konferenzraum ist dieser Tage auf der Meteor ein besonders wichtiger Raum. Hier wird der Live Stream vom ROV (Remotely Operated Vehicle – unserem unbemannten Tauchboot) übertragen. Während der Tauchgänge hört man zuweilen schon mal Gelächter über lustig geformte Schwämme, aber meist großes Raunen zu beeindruckend großen und oft bunten Korallen.

Der Meeresboden erscheint den Anwesenden dagegen vermeintlich trist und karg. Über diesen Eindruck schmunzeln die Biologen im Raum. Der unspektakuläre Boden beherbergt eine Vielzahl an Lebewesen, hauptsächlich winzige Würmer, Krebse, Einzeller und Bakterien. Hier kann die Phantasie durchaus mal die Assoziation zu Aliens haben. Unter dem Mikroskop betrachtet ist das "bunte Treiben" fast wie eine Party, die am und im Meeresboden gefeiert wird.

Die Party steigt: DNA zum Leuchten gebracht.

Die Party steigt: DNA zum Leuchten gebracht.

Bild: Andrea Schröder-Ritzrau/IUP Heidelberg
Babett Günther bei der Arbeit im mobilen Molekularlabor.

Babett Günther bei der Arbeit im mobilen Molekularlabor.

Bild: MARUM/Uni Bremen/V. Diekamp
1 / 2

Die Party steigt: DNA zum Leuchten gebracht.

Bild: Andrea Schröder-Ritzrau/IUP Heidelberg

Babett Günther bei der Arbeit im mobilen Molekularlabor.

Bild: MARUM/Uni Bremen/V. Diekamp

Natürlich könnte man die unzähligen Lebewesen mühselig per Hand sortieren, gäbe es da nicht die DNA, die uns hilft, unterschiedliche Lebewesen in einer Probe zu identifizieren. Diese genetische Inventarisierung des Meeresbodens erfolgt normalerweise über Wochen in sterilen und teuer ausgestatteten Laboren.

Da komme ich ins Spiel, denn ich kann es kaum erwarten und will die Proben sofort an Bord begutachten. Wieso also nicht einfach ein tragbares Labor mitnehmen? Genau das mache ich. Ich heiße Babett Günther und meine Profession ist die Molekularbiologie. Ich arbeite am IFREMER, dem Institut für marine Wissenschaft in Frankreich.

Hier auf der Meteor bringe ich nicht nur die DNA zum Leuchten. Ich analysiere und lese diese direkt an Bord in meiner kleinen, portablen Laborkammer aus. Mit neuester Technologie im kleinen Format werden die Partys gecrasht, ganze Genome entschlüsselt und Arten bestimmt. Immer auf der Spur der faszinierenden Artenvielfalt in den Meeresböden.