05. Nov. 2018
Zurück vom Meeresgrund: Der Backengreifer wird wieder an Deck geholt.

Zurück vom Meeresgrund: Der Backengreifer wird wieder an Deck geholt.

Neben einer hervorragenden wissenschaftlichen und seemänischen Crew braucht es für eine Expedition wie M151 auch erstklassige Gerätschaften. Die Aufgabe, die kostbaren Proben vom Meeresboden zu bergen, fällt an Bord der Meteor dem kleinen blauen Backengreifer zu. Und die erfüllt er bei Wind und Wetter.

Was wären wir nur ohne ihn? Unser kleines blaues Metallwunder – es leistet uns auf dieser Fahrt einen echten Treuedienst. Auf ihn können wir uns immer verlassen – selbst wenn Wirbelstürme aufziehen oder es draußen dunkel wird. Unseren Backengreifer haben wir wirklich zu schätzen gelernt.

"Deck und Labor – auf Station!" schallt es durch die Lautsprecher. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Crew machen sich bereit; Helme und Handschuhe werden angezogen. Der Backengreifer wird erwartungsvoll zu Wasser gelassen. Wie eine Baggerschaufel gräbt er sich wenig später in den unbekannten Meeresboden und versucht ein Stück davon festzuhalten. Alle Hoffnungen liegen auf ihm, dass er die heiß ersehnten Korallenstücke mit sich nach oben bringt.

Der Backengreifer war erfolgreich – die Wanne ist voll!

Der Backengreifer war erfolgreich – die Wanne ist voll!

Bild: Volker Diekamp/MARUM
Die Forschenden diskutieren über einen Fund.

Die Forschenden diskutieren über einen Fund.

Bild: Volker Diekamp/MARUM
Die gewonnene Ausbeute wird von den Wissenschaftlern unter die Lupe genommen.

Die gewonnene Ausbeute wird von den Wissenschaftlern unter die Lupe genommen.

Bild: Volker Diekamp/MARUM
Detailbilder der Proben werden aufgenommen.

Detailbilder der Proben werden aufgenommen.

Bild: Volker Diekamp/MARUM
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Der Backengreifer war erfolgreich – die Wanne ist voll!

Bild: Volker Diekamp/MARUM

Die Forschenden diskutieren über einen Fund.

Bild: Volker Diekamp/MARUM

Die gewonnene Ausbeute wird von den Wissenschaftlern unter die Lupe genommen.

Bild: Volker Diekamp/MARUM

Detailbilder der Proben werden aufgenommen.

Bild: Volker Diekamp/MARUM

Zurück an Deck gesellt sich eine Traube von Menschen um ihn herum – bereits durch das Geräusch beim Öffnen versuchen die Wissenschaftler einen ersten Eindruck zu erhaschen. Ein Krachen und Knirschen – das ist es, was alle hören wollen. Selbst von der Ferne kann man an den Mienen der Wissenschaftler erkennen, was der Backengreifer zu Tage befördert haben mag.

Die Wanne voller Wasser und Probenmaterial wird in Richtung Achtern gebracht. Alle stecken die Köpfe zusammen, wenn das Wasser abgelassen wird. Kommen Korallenstücke zum Vorschein? Manchmal ist die Enttäuschung groß, wenn nichts als ein paar Sandkörner ihren Weg nach oben gefunden haben. Umso größer ist die Freude dagegen, wenn nicht nur Korallen, sondern auch weitere Meeresbewohner vom Backengreifer ausgespuckt werden.

Die Lupe wird ausgepackt, und alles was kreucht und fleucht direkt bestimmt. "Eine Madrepora zusammen mit einem Schlangenstern!" Jedes kleine Detail wird beschrieben, fotografiert und fein säuberlich dokumentiert. Die lebenden Tiere werden in Dosen und Eimern mit extra bereit gestelltem Meerwasser sortiert und wandern anschließend direkt ins Biolabor zur weitergehenden Untersuchung.

Derweil fischen beim Schlämmen an Deck unterschiedlich engmaschigen Siebe weitere spannende Objekte aus dem Sediment. Alle Proben werden sicher verstaut, Wanne und Arbeitsmaterialien sauber gemacht und wieder auf ihren angestammten Platz gebracht. An Deck warten alle auf die nächste Durchsage von der Brücke, bevor ein weiterer Backengreifer zu Wasser gehen kann. Die Arbeit in den Laboren dagegen läuft auf Hochtouren weiter. Tagelang werden Detailaufnahmen gemacht, exakt die Arten bestimmt und die Proben für weitere Untersuchungen an Land konserviert.

Tja, was wären wir ohne unseren kleinen blauen Freund – selbst wenn Wind und Wellen uns im Stich lassen und wir andere Geräte nicht mehr einsetzen können, zuverlässig erfüllt er seinen Arbeitsauftrag und versorgt uns mit Probenmaterial aus den Tiefen des Meeres.