09. Nov. 2018
Unser kleiner Planet METEOR im 360° Blick. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; V. Diekamp

Unser kleiner Planet METEOR im 360-Grad-Blick.

Ein letzter Tag, ein einziger Tauchgang – doch Poseidon und Co-Fahrtleiter André Freiwald vom Senckenberg Forschungsinstitut sei Dank: Die Expedition M151 ATHENA endet mit einer sensationellen Entdeckung!

Am letzten Stationstag unserer Expedition endet unsere ATHENA-Mission mit einem letzten, kurzen Blick in die Unterwasserwelt des Kleinen Meteor Seebergs. Der kleine Bruder des Großen Meteor Seebergs bot uns eine kleine Sensation. Wir waren aufgebrochen, um an den Flanken der Tiefseeberge fossile Riffe bzw. Kaltwasserkorallenvorkommen insbesondere der Arten Lophelia pertusa und Madrepora oculata zu suchen, die uns über die ozeanographischen Bedingungen in der Vergangenheit Auskunft geben sollen. Natürlich galt es auch zu klären, ob es derzeit aktives Riffwachstum dieser Arten gibt; wo und in welchen Wassertiefen und unter welchen Bedingungen.

Im Norden des Kleinen Meteor Tiefseeberges machten wir sie dann – die Entdeckung. Mit unserem letzten und gleichzeitig einzigen Tauchgang an diesem Seeberg gelang es, den Randbereich einer riffartigen lebenden Madrepora oculata-Ansiedlung zu dokumentieren. Wir hatten nur eine Option, einen letzten Tauchgang.

Die Sensation am Kleinen Meteor Tiefseeberg: lebende Madrepora oculata.

Die Sensation am Kleinen Meteor Tiefseeberg: lebende Madrepora oculata.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp
Die wichtigsten Männer an Bord sorgen für unser leibliches Wohl.

Die wichtigsten Männer an Bord sorgen für unser leibliches Wohl.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp
Eine erfolgreiche Mann- und Frauschaft.

Eine erfolgreiche Mann- und Frauschaft.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp
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Die Sensation am Kleinen Meteor Tiefseeberg: lebende Madrepora oculata.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp

Die wichtigsten Männer an Bord sorgen für unser leibliches Wohl.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp

Eine erfolgreiche Mann- und Frauschaft.

Bild: MARUM/Univ. Bremen/V. Diekamp

Ja, es war das "Gespür für Korallen", das unseren Co-Fahrtleiter André Freiwald dazu bewegte, genau diese Tauchlokation auszusuchen. Der Kleine Meteor Seeberg war bisher in der Korallenwelt noch „terra incognita“, und es war, als hätte Poseidon gemerkt, dass wir wohlgesonnen sind und die Vielfalt seiner Gärten dokumentieren, bewundern und sie mit dem Wissen über ihre Einzigartigkeit schützen wollen. Er ließ uns kurz durch seine nur angelehnte Gartenpforte spähen und sprach mit dem Anblick, der sich uns bot, die Aufforderung zum Wiederkommen und Weiterforschen aus.

Danach mussten wir zum Transit nach Funchal aufbrechen, der knapp drei Tage dauern sollte und der das Ende unserer Reise bedeutete. Eine tiefe CTD auf 5000 Metern fuhren wir noch während des Transits – ansonsten wurde fleißig gepackt, dokumentiert, Berichte geschrieben und natürlich ein Labor nach dem anderen gereinigt, sodass die Kolleginnen und Kollegen der folgenden Reise gleich mit ihren Arbeiten beginnen können.

Trotz widriger Wetterbedingungen und technischer Herausforderungen war die Mission der ATHENA sehr erfolgreich. Das verdanken wir vor allem Kapitän Rainer Hammacher und der gesamten Crew der Meteor, dem Wissen und dem großen Einsatz der wissenschaftlichen Besatzung und natürlich der Forschungsförderung, die unsere Arbeiten erst möglich macht. Dafür möchten wir uns hier noch einmal ganz herzlich bedanken!

Mit diesem Eintrag schließen wir das Logbuch der ATHENA-Mission und hoffen, dass wir Euch, unseren Lesern daheim, unsere Begeisterung für unsere Arbeit an Bord und ihre Wichtigkeit für die Erforschung und den Schutz der Meere nahebringen konnten.

Und sobald wir die Landkrankheit (das Schwanken auf festem Grund) wieder hinter uns haben, geht es in den Heimatinstituten eifrig an die weitere Untersuchung der Proben.

Ahoi und bis zum nächsten Mal!